Bayern

Modellprojekt zur attraktiveren Ausbildung von MTRA

Die meisten ärztlichen Diagnosen basieren auf Untersuchungen, die MTA machen - und nur sie machen dürfen. Doch immer weniger junge Menschen entscheiden sich für diesen verantwortungsvollen Beruf. Beim Regensburger Modell absolvieren die Röntgenspezialisten in spe den praktischen Teil ihrer dreijährigen Ausbildung direkt in Kliniken.

Modellprojekt

Die meisten ärztlichen Diagnosen basieren auf Untersuchungen, die MTA durchführen. | Eckert-Schulen/Fotolia

Sie gelten als "rechte Hand" von Medizinern und tragen im Praxis- und Klinikalltag große Verantwortung: Medizinisch-technische Labor-Assistenten (MTLA) und Medizinisch technische Radiologie-Assistenten (MTRA). Immer mehr Krankenhäuser und Praxen verwalten allerdings mittlerweile nur noch den Mangel. Jedes dritte Allgemeinkrankenhaus mit mehr als 100 Betten kann demnach MTRA-Stellen nicht mehr besetzen, so die alarmierende Aussage im jüngsten Krankenhausreport des Deutschen Krankenhaus-Institutes.

Tarifeinigung

Betrieblich-schulische Auszubildende in kommunalen Krankenhäusern und Unikliniken werden ab dem 1. Januar 2019 eine Ausbildungsvergütung erhalten. Der DVTA erläutert die Tarifeinigung.

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Die Eckert Schulen mit Sitz bei Regensburg initiierten in enger Abstimmung mit Kliniken ein Modellprojekt, das die Ausbildung dank finanzieller Unterstützung und intensiver Betreuung in Kliniken attraktiv macht - und die Chancen dieses Berufs offensiv bewirbt. Mit Erfolg: Die Absolventenzahlen steigen.

Praktischer Teil der dreijährigen Ausbildung direkt in Kliniken

Für die medizinische Versorgungsstruktur in Deutschland sind die rund 30.000 MTRA essenziell. Doch die Absolventenzahlen sind alarmierend gesunken: Sie fielen seit Mitte der 90er-Jahre von rund 2.300 auf weniger als 1.400 Berufseinsteiger pro Jahr. Dabei hat sich das Berufsbild derjenigen, die in Praxen und Behandlungszimmern dafür verantwortlich sind, dass Mediziner anschließend den richtigen "Durchblick" haben, in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt. "Innovative neue Technologien haben den MTRA zu einem anspruchsvollen und interessanten Beruf an der Schnittstelle zwischen Mensch, Medizin und High-Tech gemacht", sagt Antonie Roggenbuck, die die Berufsfachschulen für medizinische Assistenzberufe an den Eckert Schulen leitet.

Beim Regensburger Modell absolvieren die Röntgenspezialisten in spe den praktischen Teil ihrer dreijährigen Ausbildung direkt in Kliniken. Einen Großteil der Kosten können sie über Praktikumsvergütungen finanzieren. 2017 schlossen zehn MTRA die Ausbildung erfolgreich ab, 2018 waren es bereits 12 Absolventen und 2019 rechnet Schulleiterin Roggenbuck mit 15 neuen MTRA. 2020 werden es nach heutigem Stand 17 Radiologieassistenten sein, die das Modell hervorbringt. In diesem und im kommenden Jahr wird nach aktuellem Stand fast die Hälfte aller Absolventen aus Partnerschaften mit verschiedenen Krankenhäusern stammen.

Zukunftsinitiative "GehaltVoll"

Die Eckert Schulen wollen diesen Schwerpunkt in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Ab Herbst soll deshalb die MTRA-Ausbildung am Campus für Schüler noch attraktiver werden: Kern des neuen Modells mit dem Namen "GehaltVoll" sind eine mögliche Festanstellung in einer der Partnerkliniken und damit ein festes und regelmäßiges Gehalt.

Der nächste Jahrgang startet am Campus Regenstauf im Herbst dieses Jahres. Bei einem Berufsinfotag rückten die Partner die medizinischen Assistentenberufe besonders in den Fokus: Schüler erzählten aus ihrem Alltag, gaben Einblicke in die späteren Aufgaben und Jobperspektiven. "Diese spannenden Berufe sind den jungen Leuten oft gar nicht bekannt", sagt Schulleiterin Roggenbuck. Dabei sei beispielsweise, wenn im Fernsehen ein Täter mittels DNA-Analyse überführt wird, höchstwahrscheinlich ein MTLA mit am Werk. Und MTRA arbeiteten auf Gebieten wie Nuklearmedizin oder innovativen Strahlentherapien.



Quelle: Eckert Schulen, 04.03.2019