Krankenhaus Rating Report 2019

Deutschen Krankenhäusern geht es wieder schlechter

Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser war im Jahr 2017 schlechter als im Vorjahr. 12 Prozent lagen im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr. Das geht aus der 15. Ausgabe des "Krankenhaus Rating Report" hervor.

Krankenhäuser

Eine der zentralen Reformbaustellen ist die Veränderung der Vergütungssysteme im Gesundheitswesen. | Cimmerian - iStockphoto

Die Ertragslage hat der Krankenhäuser hat sich ebenfalls verschlechtert, wohl auch aufgrund der erstmals gesunkenen Anzahl stationärer Fälle. Der damit zusammenhängende Handlungsdruck dürfte im nächsten Jahrzehnt weiter steigen. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt die 15. Ausgabe des „Krankenhaus Rating Report“, der im Rahmen des „Hauptstadtkongress 2019 – Medizin und Gesundheit“ in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er wurde gemeinsam vom RWI, der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit Deloitte und der HIMSS erstellt.
 
Die wichtigsten Ergebnisse:

Status quo

Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser hat sich im Jahr 2017 verschlechtert. 12 Prozent der Krankenhäuser befanden sich im „roten Bereich“ erhöhter Insolvenzgefahr, 81 Prozent im „grünen Bereich“. Im Jahr zuvor lagen noch 7 Prozent im „roten Bereich“ und 84 Prozent im „grünen Bereich“. Die Ertragslage hat sich 2017 ebenfalls verschlechtert: 28 Prozent der Krankenhäuser schrieben auf Konzernebene einen Jahresverlust, 2016 waren es nur 13 Prozent. 

Ausschlaggebend für die schlechtere wirtschaftliche Lage dürfte unter anderem der Rückgang der stationären Fallzahlen im Jahr 2017 um 0,5 Prozent gewesen sein. Gründe hierfür sind wohl unter anderem die zunehmende Ambulantisierung, der Personalmangel, ein bereits hoher Sättigungsgrad beispielsweise bei kardiologischen und orthopädischen Leistungen sowie intensivere MDK-Prüfungen.
 
Große Krankenhäuser haben typischerweise ein besseres Rating als kleine, auch ein hoher Grad an Spezialisierung beeinflusst das Rating positiv. Kliniken in freigemeinnütziger und privater Trägerschaft schneiden besser ab als öffentlich-rechtliche Kliniken.

Die Krankenhausstrukturen sind nach wie vor in vielen Regionen ungünstig, insbesondere durch hohe Standortdichte, viele kleine Einheiten und eine geringe Spezialisierung. Am schlechtesten fällt das Rating in Niedersachsen/Bremen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg aus, signifikant besser in Ost-Deutschland.

Personal

Bei Fortschreibung des Status quo ist bis zum Jahr 2030 eine Nachfrage nach Fachkräften im Gesundheits- und Sozialwesen in Höhe von 4,9 Millionen Vollkräften zu erwarten. Dem stünde ein Arbeitsangebot von 3,6 Millionen Vollkräften gegenüber.

 

Deutscher Krankenhaustag

Personalsicherung und Fachkräftemangel sind die zentralen Reformbaustellen in der nächsten Legislaturperiode. Das wurde beim 40. Deutschen Krankenhaustag im Rahmen der Medizinmesse „Medica“ Mitte November in Düsseldorf deutlich.

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Um diese Diskrepanz zu schließen, sollte unter anderem die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen gedämpft und die hohe Teilzeitquote im Gesundheits- und Sozialwesen sowie die steigende Zahl an Frühverrentungen in der Gesamtwirtschaft reduziert werden.