Zeigt sich Long COVID im Blut?

Gibt es Labormarker?
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Würfel mit Long COVID Aufdruck und Virus
© bluedesign/stock.adobe.com
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Long COVID ist nach wie vor nicht vollständig verstanden und eine Heilung nicht in Sicht. Doch in neuen Studien zeigt sich, dass anhaltende Entzündungsreaktionen eine Rolle spielen könnten. Wissenschaftler haben deshalb Blutplasma untersucht.

Die Schätzungen gehen etwas auseinander, aber etwa eine von zehn schweren Infektionen mit SARS-CoV-2 führt zu anhaltenden Symptomen, die als Long COVID bezeichnet werden. Weltweit wird geschätzt, dass etwa 65 Mio. Menschen an diesen Symptomen leiden. Die Phänotypen und Mechanismen der Krankheit sind jedoch nur unzureichend verstanden. Die Wissenschaftler der vom Imperial College London geleiteten Studie haben deshalb ein Profil von 368 Plasmaproteinen bei 657 Teilnehmern ≥ 3 Monate nach dem Krankenhausaufenthalt in Folge der Infektion erstellt. Davon hatten 426 Patienten mindestens ein Long-COVID-Symptom und 233 hatten sich vollständig erholt. Es hat sich gezeigt, dass es bei Patienten mit anhaltenden Symptomen Anzeichen für eine Aktivierung des Immunsystems gibt. Entsprechend legt die Studie nahe, dass bestehende Medikamente, die das körpereigene Immunsystem modulieren, bei der Behandlung von Long COVID durchaus hilfreich sein könnten und in zukünftigen klinischen Studien untersucht werden sollten.

Muster variieren

Die gefundenen Muster variierten jedoch je nach Art der vorherrschenden Long-COVID-Symptome. So waren beispielsweise IL-1R2, MATN2 und COLEC12 mit kardiorespiratorischen Symptomen, Müdigkeit und Angstzuständen/Depressionen verbunden, während MATN2, CSF3 und C1QA bei gastrointestinalen Symptomen erhöht waren und C1QA war bei kognitiver Beeinträchtigung erhöht. Zusätzliche Marker für Veränderungen bei der Reparatur von Nervengewebe (SPON-1 und NFASC) waren bei Patienten mit kognitiver Beeinträchtigung erhöht, und auch SCG3. Dies weise auf eine Störung der Darm-Hirn-Achse hin, so die Wissenschaftler. Dies war entsprechend bei gastrointestinalen Symptomen erhöht. Auch das für SARS-CoV-2 spezifische IgG des schweren akuten respiratorischen Syndroms war bei einigen Personen mit Long COVID anhaltend erhöht, im Sputum wurde jedoch kein Virus mehr nachgewiesen. Auch die Analyse von Entzündungsmarkern in der Nasenflüssigkeit habe keinen Zusammenhang mit den Symptomen gezeigt.

Literatur:
Liew F, Efstathiou C, Fontanella S, et al.: Large-scale phenotyping of patients with long COVID post-hospitalization reveals mechanistic subtypes of disease. Nat Immunol 25, 607–621 (2024), DOI: doi.org/10.1038/s41590-024-01778-0.

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