Neue Therapiestudie zum Glioblastom

Phase-II-Studie
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Forschungsteam Glioblastom
(v. l. n. r.) Dr. Anna-Laura Potthoff, Assistenzärztin der Klinik für Neurochirurgie; Prof. Hartmut Vatter, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, Prof. Ulrich Herrlinger und PD Dr. Matthias Schneider. © Universitätsklinikum Bonn (UKB)
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Am Universitätsklinikum Bonn beginnt eine neue klinische Phase-II-Studie. Bei Patienten und Patientinnen mit Glioblastom – einer bösartigen Hirntumorerkrankung – soll die Wirksamkeit des Medikaments Meclofenamat erprobt werden.

Im Erwachsenenalter ist das Glioblastom einer der häufigsten und aggressivsten Hirntumore – mit einer eingeschränkten Lebenserwartung der Betroffenen trotz Ausschöpfung aller existierenden Therapiemaßnahmen. Daher riefen Prof. Ulrich Herrlinger, Direktor der Klinik für Neuroonkologie, und PD Dr. Matthias Schneider, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie die MecMeth/NOA-24-Studie vor zwei Jahren ins Leben. Sie dient zur Untersuchung neuer medikamentöser Kombinationstherapien im Rezidivstadium des Glioblastoms.

Erfolg im Laborexperiment

In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Freiburg konnte im Laborexperiment bereits gezeigt werden, dass Meclofenamat die Kommunikation zwischen Glioblastomzellen hemmt. Das Medikament wurde eigentlich für die Rheumatherapie entwickelt. Durch die Unterbrechung der Kommunikation sind die Zellen des Glioblastoms isoliert, was sie empfindlicher gegenüber einer Behandlung mit Chemotherapeutika macht.

Innerhalb der neuen Studie wird diese Wirksamkeit erstmals im klinischen Kontext getestet. „In der Phase I haben wir zunächst die Durchführbarkeit der Kombination aus Meclofenamat und der Standard-Chemotherapie erprobt und konnten die optimale Dosis für die Einnahme von Meclofenamat bestimmen. Auch in der höchsten gewählten Dosis wurden keine relevanten Nebenwirkungen festgestellt. Nun wollen wir in der Phase II erste Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit dieser Kombinationstherapie im klinischen Einsatz ermitteln“, erläutert Prof. Ulrich Herrlinger das Vorgehen.

Einteilung in zwei Gruppen

Patientinnen und Patienten mit Glioblastom (Rezidiv eines MGMT-Promotor methylierten Glioblastoms) ab 18 Jahren können an der Studie teilnehmen. Es werden noch Patienten und Patientinnen gesucht – insgesamt soll die Studie 60 Probanden umfassen. Nach Studieneinschluss erfolgt die Einteilung der Teilnehmenden in zwei Gruppen: ein Therapiearm erhält das etablierte Chemotherapeutikum Temozolomid, während der andere Therapiearm die zu testende Wirksamkeit von Temozolomid mit Meclofenamat erhält. Insgesamt 15 Studienzentren nehmen hier teil, an denen die Teilnehmenden die Behandlung erhalten können.

„Sollten sich positive Anzeichen für eine Wirksamkeit dieser neuen Kombinationstherapie ergeben, wäre dies ein erster Hinweis darauf, dass eine Therapie, die sich gegen die Kommunikation im Tumornetzwerk richtet, nicht nur im Labor, sondern auch in der klinischen Anwendung Erfolg haben könnte“, schlussfolgert Schneider. Sollte dies der Fall sein, würde eine größer angelegte Phase III-Studie mit einer größeren Patientenanzahl folgen.

Betroffene, die an einer Studienteilnahme interessiert sind, können sich hier melden:
Tel.: +49 228 287 -31189, -19887
E-Mail: studienzentrum.neuroonkologie@ukbonn.de

Quelle: idw

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