Aufnahme von Noma auf die WHO-NTD-Liste

Vernachlässigte Tropenkrankheiten
lz
Noma
© CDC/ Robert S. Craig, public domain
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Hoffnung für Betroffene nach Aufnahme von Noma (Cancrum oris oder gangränöse Stomatitis) in die offizielle Liste der vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs).

Kürzlich gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Aufnahme von Noma (Cancrum oris oder gangränöse Stomatitis) in ihre offizielle Liste der vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) bekannt. Diese Entscheidung wurde auf der 17. Tagung der Strategischen und Technischen Beratungsgruppe für vernachlässigte Tropenkrankheiten (STAG-NTD) empfohlen. Ärzte ohne Grenzen begrüßte diese Entscheidung. Die Hoffnung sei, dass dies zu mehr Aufmerksamkeit für die Infektionskrankheit sowie zu einer früheren Diagnose und einer intensiveren Forschung führen werde.

Ressourcen zur Bekämpfung fördern

„Wir begrüßen die Entscheidung der WHO-Generaldirektion, die bestätigt, worauf Ärzte ohne Grenzen und die medizinische Fachwelt seit Jahren bestehen: dass Noma eine vernachlässigte Tropenkrankheit ist und alle Aufmerksamkeit und Ressourcen verdient, die damit verbunden sind“, sagte Mark Sherlock, der bei Ärzte ohne Grenzen die medizinischen Programme zu Noma leitet. „Wir hoffen, dass diese Entscheidung ein Schlaglicht auf die Krankheit wirft, dass sie die Einbindung von Noma-Präventions- und Behandlungsmaßnahmen in bestehende öffentliche Gesundheitsprogramme erleichtert und die Bereitstellung dringend benötigter Ressourcen zur Bekämpfung der Krankheit fördert.”

Stigmatisierung der Überlebenden

Noma ist eine bakterielle Erkrankung. Es wird geschätzt, dass jährlich zwischen 80.000 und 90.000 Kinder an Noma sterben. Etwa 10.000 überleben die Krankheit mit verheerenden Folgen. Überlebende sind stark entstellt. Es handelt sich um eine vermeidbare Krankheit, die leicht zu behandeln wäre, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Unbehandelt zerstört sie die Haut und die Knochen in den Gesichtern der Betroffenen innerhalb von wenigen Wochen, was bei etwa 90 Prozent der Infizierten zum Tod führt. Die zehn Prozent, die überleben, leben mit starken Schmerzen und oft mit sozialer Stigmatisierung. Die Krankheit befällt am häufigsten Kinder, die mangelernährt sind oder deren Immunsystem aus anderen Gründen geschwächt ist (z.B. nach Mumps-, Masernerkrankungen).

Kampagne seit 2020

Nach einer Sitzung am 12. Oktober 2023 in Genf kam die „Strategische und Technische Beratungsgruppe für vernachlässigte Tropenkrankheiten” zu dem Schluss, dass Noma alle Kriterien für die Aufnahme auf die offizielle Liste der WHO erfüllt. Die Gruppe teilte diese Empfehlung der Generaldirektion der WHO mit, die sie nun ratifiziert hat. Ärzte ohne Grenzen setzte sich seit 2020 mit einer Kampagne umfassend für die Aufnahme von Noma auf die Liste der vernachlässigten Tropenkrankheiten ein. Die dreijährige Kampagne wurde von ehemaligen Noma-Patienten unterstützt, die geheilt wurden. Das Ziel war es, die Botschaft zu vermitteln: Noma ist eine vermeidbare und behandelbare Krankheit, die es nicht mehr geben sollte.

Forschung zu Noma voranbringen

Im Januar 2023 reichte das nigerianische Gesundheitsministerium ein offizielles Befürwortungsschreiben von 31 Ländern und ein Dossier mit Nachweisen dafür ein, dass Noma die Kriterien für die Aufnahme auf die NTD-Liste erfülle. Ärzte ohne Grenzen unterstützte Nigeria bei der Vorlage der medizinischen Nachweise, die auf jahrelanger Forschung bei der Behandlung von Noma-Überlebenden beruhen. „Die Aufnahme auf die WHO-Liste der NTDs ist ein wichtiger Schritt, aber nicht der letzte", sagt Sherlock. Ärzte ohne Grenzen plant, sich auf die Forschung zu Noma zu konzentrieren und die Zusammenarbeit mit akademischen Instituten in der ganzen Welt auszubauen, um mehr über die Ursachen der Krankheit herauszufinden. „In den Ländern, in denen Noma endemisch ist, plant Ärzte ohne Grenzen die Einführung von Noma-Screenings in bestehende Programme, zum Beispiel Impfkampagnen oder Screenings zu Mangelernährung, um eine frühzeitige Erkennung und sofortige Behandlung zu ermöglichen", sagt Sherlock.

Quelle: Ärzte ohne Grenzen e.V. / WHO

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