Krankschreibungen

Zweite Corona-Welle trifft Ältere hart

In der Corona-Pandemie geht die Schere bei den Krankschreibungen immer weiter auseinander. So trifft die zweite Welle Personen im höheren Alter besonders hart, während bei der ersten Welle alle Altersgruppen einen ähnlichen Verlauf hatten.

Corona: Krankschreibungen

In der Generation 50plus ist der Anteil der wegen Corona Krankgeschriebenen zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember 2020 um 44 Prozent gestiegen. | Fabian - stock.adobe.com

Der Anteil der wegen Corona Krankgeschriebenen ist bei den unter 30-Jährigen zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember 2020 um 18 Prozent gesunken, was erstmals eine Trendumkehr bedeutet. Bei den 30- bis 49-Jährigen hat der Anteil um 25 Prozent zugenommen und in der Generation 50plus um 44 Prozent. Das geht aus einer Analyse der Barmer aus den Krankschreibungen ihrer Versicherten hervor.

Corona: Krankenstand

Beschäftigte im Gesundheitswesen und in sozialen Berufen bekamen im Juni überdurchschnittlich häufig eine Arbeitsunfähigkeit (AU) aufgrund eines COVID-19-Verdachts bescheinigt. Das geht aus einer Datenanalyse des BKK-Dachverbandes hervor.

weiterlesen

„Die erste und die zweite Corona-Welle verlaufen unterschiedlich. Auch wenn der Anteil der Krankschreibungen unter den Jüngeren abnimmt, darf sich keine Altersgruppe in falscher Sicherheit wiegen. Der schwerste Teil der Pandemie steht uns noch bevor. Die Einhaltung der Hygiene- und Kontaktregeln ist nun wichtiger denn je, zumal das Risiko besteht, dass ansteckendere Virusvarianten sich verbreiten“, sagt Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren

Laut der Barmer-Analyse sind die Corona-Krankschreibungen unter den Versicherten der Kasse in der ersten Welle zunächst in allen Altersgruppen stark gestiegen. Der Höhepunkt war in Kalenderwoche (KW) 14 (29. März bis 4. April) mit 1,7 Betroffenen je 1.000 Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld bei den unter 30-Jährigen. Bei den 30- bis 49-Jährigen waren 1,81 und in der Altersgruppe 50plus 2,53 je 1.000 Anspruchsberechtigte krankgeschrieben. Im Anschluss sind die Fallzahlen wieder gesunken. In der zweiten Welle driften die Werte seit Ende Oktober deutlich auseinander.

So ist die Zahl der Krankschreibungen von KW 44 (25. bis 31. Oktober) bis KW 51 (13. bis 19. Dezember) von 2,17 auf 1,79 je 1.000 Barmer-Anspruchsberechtigte bis 29 Jahre gesunken. In der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen stieg der Anteil von 2,02 auf 2,53 und bei Personen ab 50 Jahren von 2,77 auf 3,99 je 1.000 Anspruchsberechtigte. „Warum die zweite Corona-Welle jüngere Menschen weniger trifft, mag viele Ursachen haben und bedarf weiterer Untersuchungen. Auf jeden Fall gilt auch weiterhin, die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Das dient nicht nur dem Eigenschutz, sondern allen Menschen, insbesondere den Älteren und Kranken“, so Straub.


Quelle: Barmer, 18.01.2021