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West-Nil-Fieber

Erreger des West-Nil-Fiebers (WNF) ist das gleichnamige West-Nil-Virus (WNV), es wurde erstmals 1937 aus dem Blut einer Patientin mit unklarem Fieber isoliert, die im Rahmen einer Studie zur Schlafkrankheit im West-Nil-Distrikt von Uganda untersucht wurde.

West-Nil-Fieber

West-Nil-Virus | © CDC/Cynthia Goldsmith, public domain

Zusammenfassung

Erreger ist das gleichnamige West-Nil-Virus (WNV), das zum Genus Flavivirus der Familie Flaviviridae gehört. Es ist damit eng verwandt mit dem Gelbfieber-, dem Frühsommer-Meningoenzephalitis-, dem Japanischen Enzephalitis-, dem Zika- und dem Dengue-Virus. Das WNV ist weltweit verbreitet. Alle Erdteile sind betroffen. Endemiegebiete lagen bisher überwiegend in tropischen Regionen. Durch infizierte Zugvögel erfolgt eine weite Verbreitung der WNV in Europa. Während das Virus lange Zeit nur in Südeuropa vorkam, wurden im letzten Jahr in Deutschland die ersten Fälle bei Wildvögeln, Pferden und bei einem Tierarzt nachgewiesen. Die Infektion mit dem WNV verläuft beim Menschen in 70–80 % der Fälle ohne klinische Symptome. Bei den restlichen 20–30 % der Infizierten kommt es nach einer Inkubationszeit von 2–14 Tagen zu einer plötzlich einsetzenden grippeähnlichen Erkrankung mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen. Typisch ist ein blasses, makulopapulöses Exanthem, das sich vom Rumpf zum Kopf und zu den Gliedmaßen ausbreitet. Zur Bestätigung einer WNV-Infektion sind für den direkten Erregernachweis kommerziell erhältliche RT-PCRs und für den spezifischen Antikörpernachweis hoch sensitive und spezifische ELISAs sowie ein indirekter Immunfluoreszenztest erhältlich.

Schlüsselwörter: West-Nil-Virus, Flavivirus, indirekter Immunfluoreszenztest, Aviditätsbestimmung

Abstract

Pathogen is the West Nile virus, which belongs to the genus Flavivirus of the family Flaviviridae. It is thus closely related to the yellow fever, the tick-borne encephalitis, the Japanese encephalitis, the zika and the dengue virus. The WNV occurs worldwide. All continents are affected. Endemic areas were previously mainly in tropical regions. Infected migratory birds are spreading WNV widely in Europe. While the virus occurred only in southern Europe for a long time, the first cases were detected in Germany in wild birds, horses and a veterinarian last year. The infection with the WNV occurs in humans in 70–80 % of cases without clinical symptoms. In the remaining 20–30 % of infected persons, after a period of incubation of 2–14 days, there is a sudden flu-like illness with fever, chills, headache and backache, fatigue and swollen lymph nodes. Typical is a pale, maculopapular rash that spreads from the trunk to the head and limbs. To confirm a WNV infection, commercially available RT-PCRs are available for direct pathogen detection and highly sensitive and specific ELISAs and an indirect immunofluorescence test for specific antibody detection.

Keywords: West Nile virus, flavivirus, indirect immunofluorescence test, avidity determination

DOI: 10.3238/MTADIALOG.2019.0482

Entnommen aus MTA Dialog 6/2019

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