Siemens Healthineers

Weltweit erster CT-Scanner mit Photonenzählung verfügbar

Siemens Healthineers hat am 16.11. der Presse mit dem Naeotom Alpha den weltweit ersten quantenzählenden CT-Scanner präsentiert. Das System ist inzwischen in den USA und Europa für den klinischen Einsatz zugelassen.

Naeotom Alpha

Naeotom Alpha | © Siemens Healthineers

Offiziell vorgestellt werden soll das Gerät beim RSNA in den USA. Der kommerzielle Rollout soll dann im Frühjahr 2022 beginnen. Da die konventionelle CT-Bildgebung an ihre technischen Grenzen gelangt sei und sich die Auflösung nur noch geringfügig verbessern sowie die Strahlendosis nicht wesentlich verringern lasse, sei Siemens Healthineers einen neuen Weg gegangen. Die quantenzählende Technologie ermögliche drastische Verbesserungen, unter anderem eine höhere Auflösung und eine um bis zu 45 Prozent niedrigere Strahlendosis bei ultra-hochauflösenden (UHR) Scans. Mit herkömmlichen CT-Detektoren und dem Kammfilter für ultra-hochauflösende Aufnahmen wäre dies unmöglich. Quantenzählende Scans generieren mehr verwertbare Daten, da die quantenzählende Technologie jedes Röntgenphoton und sein Energieniveau direkt erfasst, anstatt es zunächst in sichtbares Licht umzuwandeln, wie bei herkömmlicher CT-Bildgebung. Die Kombination dieser Aspekte eröffne neue Möglichkeiten, zum Beispiel das Scannen der Lunge mit hoher Geschwindigkeit und Aufnahme hochauflösender Bilder mit inhärenten Spektralinformationen, ohne dass die Patienten die Luft anhalten müssen. Diese Spektralinformationen helfen auch bei der Identifizierung von Materialien im Körper, die sich sogar aus dem Bild entfernen lassen, wenn sie einen interessanten Bereich verdecken. So können Ärzte Probleme schnell beurteilen und die Behandlung zeitnah einleiten. Dank der geringeren Strahlendosis werden Routineuntersuchungen, wie z. B. Lungenkrebs-Screenings mittels CT-Bildgebung für größere Patienten/-innengruppen möglich. Die hohe Auflösung mache selbst kleinste Strukturen sichtbar. Dank des myExam Companion von Siemens Healthineers führe die technische Komplexität der quantenzählenden CT-Bildgebung nicht zu höherer Komplexität in der Anwendung. „Vor mehr als 15 Jahren begann bei Siemens Healthineers die Arbeit an dieser klinischen Vision der Quantenzählung. Wir haben immer an den enormen klinischen Nutzen geglaubt und gemeinsam mit unseren Partnern unermüdlich darauf hingearbeitet“, so Philipp Fischer, Leiter der Computertomographie bei Siemens Healthineers. Professor Dr. med. Thomas Kröncke, Leiter der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Augsburg, der seit April 2021 mit dem Gerät arbeitet, betonte, dass vonseiten der MTRA keine große Einarbeitung nötig gewesen sei. Die Plattform sei mit anderen Geräten vergleichbar. Dagegen sei das Post-Processing anders, das reine Scanning aber nicht. Er rechne deshalb auch nicht mit einer Reduzierung des Personaleinsatzes. Aber es führe zu weniger unnötiger Bildgebung.

Weitreichende Auswirkungen in vielen klinischen Bereichen

Die klinischen Bereiche der Herzbildgebung, Onkologie und Pulmologie stellen jeweils ihre einzigartigen Anforderungen an die medizinische Bildgebung. Bei der Herzbildgebung geht es darum, das Herz in Bewegung zu erfassen, was eine hohe Geschwindigkeit erfordert. Naeotom Alpha sei dank seines Dual-Source-Designs sehr schnell und nutze die spektralen Informationen und die hohe Auflösung zur Entfernung von Verschattungen durch Verkalkungen. Dies ermögliche eine diagnostische Bewertung und verschaffe mehr Patienten – selbst Personen mit hoher Kalziumbelastung – Zugang zu CT-Bildgebung, so der Hersteller. Die hohe Präzision von Naeotom Alpha sei auch in der Onkologie von großem Nutzen, wo eine zuverlässige und konsistente Bewertung des Krankheitsverlaufs entscheidend sei.

In der Pulmologie müssen die Bilder alle wesentlichen Informationen in möglichst wenig Scans enthalten, um Verzögerungen bei der Behandlung und damit potenziell schwerwiegende Folgen für die Patienten zu vermeiden. Dies sei mit dem Naeotom Alpha erfüllbar. Die damit gewonnenen klinischen Bilder enthalten laut Siemens Healthineers mehr Informationen als mit jeder Technologie zuvor für eine präzise Diagnose, Nachsorge und Behandlung.

„Wir arbeiten seit April 2021 mit unserem eigenen Naeotom Alpha CT und sind von den ersten Ergebnissen sehr beeindruckt: In der Onkologie können wir genauer aufschlüsseln, mit welchen Tumorarten wir es zu tun haben und sie so gezielter und wirksamer behandeln. Es ist, als ob sich ein Schleier hebt. Die neue Technologie ist eine radikale Verbesserung gegenüber der bisherigen Bildgebung. Dies wird unsere klinische Entscheidungsfindung vom ersten Scan an neu definieren“, so Professor Kröncke. Die ersten Feedbacks der Patienten seien gut gewesen. Er gehe davon aus, dass eventuell in den nächsten zehn Jahren diese Technologie die führende Plattform werde.

In den über 15 Jahren Forschung auf dem Gebiet der quantenzählenden CT-Bildgebung habe Siemens Healthineers mehr als 500 einschlägige Patente angemeldet und die klinischen Möglichkeiten und Anwendungsfälle in enger Zusammenarbeit mit klinischen Partnern getestet und validiert. Im Laufe der Jahre seien sechs Prototypen evaluiert und verbessert worden. Im Jahr 2021 präsentiert das Unternehmen nun den weltweit ersten für den klinischen Einsatz freigegebenen CT-Scanner mit der neuen Technologie. Mehr als 20 Systeme seien bereits installiert und im klinischen Alltag im Einsatz. Bislang seien 8.000 Patienten gescannt worden. Ausgestattet sei der Naeotom Alpha bei einer Rotationsgeschwindigkeit von 250 Millisekunden mit zwei Röntgenröhren und Detektoren (Dual Source).

Weitere Informationen unter www.siemens-healthineers.com