Gesundheitsministerkonferenz

„Versprochen wurde schon viel, geändert hat sich wenig“

Im Vorfeld der Gesundheitsministerkonferenz, die vom 20. bis 21. Juni stattgefunden hat, wurden die Erwartungen zum Beispiel des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) klar formuliert. Lesen Sie hier auch eine Stellungnahme des DVTA.

Forderungen an die Politik

Klare Forderungen an die Politik | DVTA/Eisele

Der DBfK hatte seine Forderungen an die Ministerrunde kurz und knapp präzisiert und begründet. Viel zu lange sei in Bund und Ländern ignoriert worden, dass der Fachkräftemangel in der Pflege in allen Sektoren zu einer gravierenden Gefährdung alter und kranker Menschen geführt habe. Die Versorgungsmängel seien eklatant, das Vertrauen der Bevölkerung in die bedarfsgerechte Leistungsfähigkeit und die Reformfähigkiet des Systems seien drastisch gesunken, heißt es beim DBfK.

„Pflege wird konsequent reduziert auf das Verrichten von Einzeltätigkeiten – und das möglichst preiswert“, beschreibt der Verband die Lage. Kranke und pflegebedürftige Menschen betrachte man weitgehend als Aufwand bzw. als Erlösbringer, nicht als Individuen mit sehr berechtigten Ansprüchen und Bedürfnissen, so der DBfK.

Weiter heißt es in der Pressemeldung: „Diese Fehlentwicklungen wurden lange hingenommen und haben inzwischen ein Ausmaß erreicht, das einfach nicht mehr toleriert werden darf. Das Land braucht auf allen Ebenen einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel im Gesundheits- und Pflegesystem.“ Es wurde dabei auf die seit langem vorliegenden Vorschläge verwiesen. Das System müsse dem hilfebedürftigen Menschen dienen, nicht umgekehrt. Dies impliziere, dass die individuellen Bedürfnisse kranker und/oder pflegebedürftiger Personen im Vordergrund stehen müssten und ihre Lebensqualität, ihr Recht auf Würde, ihre Autonomie und ihre Schutzbedürftigkeit Rechtfertigung und Ziel jeden Handels sein sollten.

Professionell Pflegende bräuchten deshalb:

  • eine gute Fachausbildung,
  • genügend Zeitressourcen,
  • Perspektiven für berufliche Weiterentwicklung,
  • wirksame Anreize und Anerkennung ihrer Leistung im System,
  • interprofessionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe,
  • Entscheidungsbefugnisse und Autonomie.

Der Satz „Versprochen wurde schon viel, geändert hat sich wenig“ spricht für viel Resignation. Die Glaubwürdigkeit der Politik mache sich aber nicht an Lippenbekenntnissen, sondern am überzeugten und überzeugenden Handeln fest, führt der DBfK weiter aus.

Stellungnahme des DVTA zur Pressemeldung des DBfK:

„Versprochen wurde schon viel, geändert hat sich wenig“.

Der Pressemeldung des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), die anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) am 20./21. Juni verbreitet wurde, kann sich der DVTA nur anschließen. Trotzdem es sich bei den vier MTA-Berufen um frauendominierte MINT-Berufe handelt, die Hauptakteure in der Anwendung neuester Technologien im Gesundheitswesen sind, stammen das MTAG und die MTA-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung aus den Jahren 1993/1994! Dies wäre bei einem vergleichbaren Männerberuf wie dem des Mechatronikers undenkbar!

Die MTA-Berufe werden, wie die Pflege, reduziert auf das Verrichten von Einzeltätigkeiten (z.B. „Knöpfchen drücken“) – und dies so günstig wie möglich.

Dagegen hat der Gesetzgeber den MTA-Berufen bewusst die medizinisch-technische Durchführung vorbehalten, da nur sie (MTA-Berufe) über die erforderliche Sachkunde zur Gewährleistung der Patientensicherheit und der Qualität der Gesundheitsversorgung verfügen. Sie sind Manager von Großgeräten und tragen wesentlich zur Arztentlastung bei.

Der DVTA fordert von den Gesundheitsministern der Länder, sich für eine optimale Versorgung der Patienten einzusetzen. Dazu bedarf es insbesondere in den MTA-Berufen:

  • einer guten novellierten Fachausbildung
  • staatlich anerkannter beruflicher Weiterentwicklung
  • einer angemessenen Personalbemessung
  • interprofessionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe
  • einer leistungsgerechten Vergütung.


Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe/DVTA