Veranstaltungsberichte

Symposium der „Stiftung für das Kind mit Handicap“

Stammzellen in der perinatalen Medizin und anderen Bereichen
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Menschliche Nervenzellen in verschiedenen Reifestadien
Aus pluripotenten Stammzellen programmierte menschliche Nervenzellen in verschiedenen Reifestadien. © Prof. Brüstle, Institut für Rekonstruktive Neurobiologie, Universitätsklinikum Bonn
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Der Frage, was Stammzellen leisten können und wo die Wissenschaft aktuell steht, ging das Symposium der „Stiftung für das Kind mit Handicap“ in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Bonn nach.

Vergleichsweise kurz ist die bisherige Geschichte der Stammzellenforschung, aber doch durch große wissenschaftliche Fortschritte gekennzeichnet. Ende der 1970er-Jahre wurden erstmals transplantierbare Stammzellen im menschlichen Nabelschnurblut entdeckt, in den 1980er-Jahren wurden embryonale Stammzellen der Maus isoliert und im Labor gezüchtet. 1997 wurde das Schaf Dolly als erster künstlicher Tierklon berühmt, und ab 1998 wurden menschliche embryonale Stammzellen isoliert und im Labor gezüchtet. Das Konzept der regenerativen Medizin sah vor, geschädigtes oder nicht ausreichend entwickeltes Gewebe durch Stammzellen zu ersetzen, was jedoch ethische sowie rechtliche Diskussionen über die Verwendung embryonaler Stammzellen nach sich zog.

Reprogrammierung von adulten Zellen

Im Jahr 2006 fand ein entscheidender Schritt statt, der mit einem Nobelpreis gewürdigt wurde: Der Japaner Shinya Yamanaka reprogrammierte mit seinem Team gewöhnliche adulte Zellen durch das Einfügen von vier Schlüsselgenen und bildete damit sogenannte „induzierte pluripotente (iPS) Stammzellen“. Das bedeutet: Es wurde bewiesen, dass sich ausgereifte Körperzellen durchaus in ähnliche „Alleskönner“ verwandeln lassen, wie es embryonale Stammzellen sind. Auch noch in der perinatalen Periode enthalten viele Gewebe Stammzellen, die ebenfalls für Zelltherapien in Frage kommen.

Im Zentrum des am 21. Mai vom Universitätsklinikum Bonn ausgerichteten Symposiums der „Stiftung für das Kind mit Handicap“ stand das therapeutische Potenzial verschiedener Stammzelltypen. Die Beiträge reichten von der Grundlagenforschung an pluripotenten Stammzellen über Perinatalmedizin, Neurowissenschaften, Kardiologie und Onkologie bis zur rechtlichen Einordung der Forschung an embryonalen Stammzellen. So ging beispielsweise PD Dr. Christoph Boeseke, University Hospital Bonn, auf das Thema „Stem Cells in virology and oncology“ ein oder PD Dr. Brigitte Strizek, University Hospital Bonn, referierte über „Perinatal brain damage – causes, therapy, prevention“.

Großes Potenzial von Stammzellen

Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Bonn sowie Vorsitzender der „Stiftung für das Kind mit Handycap“ und Organisator des Symposiums verwies auf das große Potenzial von Stammzellen in der Perinatalmedizin. „Frühgeborene Babys mit einem hohen Risiko, eine bronchopulmonale Dysplasie zu entwickeln, können etwa von der Verwendung von Stammzellen profitieren. Zudem gibt es Ansätze für eine pränatale Therapie mit Stammzellen zur Behandlung genetischer Krankheiten beim Fötus“.

Dynamik der Stammzellforschung

Die Symposiumsbeiträge verdeutlichten einmal mehr die enorme Dynamik der Stammzellforschung. „Im Moment treffen gerade mehrere hochattraktive Technologien im Stammzellfeld zusammen und schaffen ungeheures Synergiepotenzial. Das reicht von der Zellprogrammierung über die Genschere bis hin zur Selbstorganisation von Stammzellen zu Organoiden“, so Prof. Oliver Brüstle, Direktor des Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie am Universitätsklinikum Bonn.

Quelle: Universitätsklinikum Bonn

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