Weltärztebund

Steuern auf zuckerhaltige Getränke gefordert

Der Weltärztebund warnt vor negativen Auswirkungen von frühkindlichem Übergewicht. Er gibt unter anderem auch Empfehlungen zum Umgang mit Gesundheitsdatenbanken.

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Der Weltärztebund plädiert für die "Zuckersteuer". | Fotolia/mmphoto

Der Weltärztebund (WMA) hat auf seiner 67. Generalversammlung in Taipeh höhere Steuern auf Lebensmittel mit geringem Nährstoffgehalt und zuckerhaltige Getränke gefordert. Die Schulen sollten körperliche Aktivitäten stärker fördern und mit Ernährungsexperten zusammenarbeiten. Auch wird auf die negativen Auswirkungen von Armut und frühkindlichem Übergewicht verwiesen.

Der Weltärztebund (WMA) hat außerdem die jüngsten Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Patienten in Syrien verurteilt. Die Organisation appellierte an alle Staaten, die UN-Resolution 2286 (2016) zu befolgen. In dieser wird zur Einhaltung der internationalen Gesetze zum Schutz des medizinischen Personals sowie von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen aufgerufen. Seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien wurden circa 270 Gesundheitseinrichtungen angegriffen und 760 Mitarbeiter getötet.

Zuckersteuer

Eine „Zuckersteuer“ kann helfen, Adipositas, Diabetes Typ 2 und Zahnerkrankungen vorzubeugen. Das geht aus einem neuen Report der Weltsgesundheitsorganisation (WHO) hervor.

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Darüber hinaus verabschiedete der Weltärztebund eine Reihe weiterer Stellungnahmen und Deklarationen. Auf Initiative der Bundesärztekammer (BÄK) berieten die Delegierten intensiv, wie Gesundheitseinrichtungen vor sogenannten Cyber-Angriffen geschützt werden können. Die bisherigen Sicherheitsstandards reichen nach Ansicht des WMA nicht mehr aus, um der Cyberkriminalität entgegenzutreten. Daher rief er Regierungen und zuständige Behörden dazu auf, geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Auch sei eine stärkere Sensibilisierung von Ärzten für die Gefahren von Cyberangriffen notwendig.

Die Deklaration von Taipeh beschäftigt sich mit Gesundheitsdatenbanken und Biobanken. Darin gibt der WMA Ärzten ethische Empfehlungen für die Sammlung und Verwendung von identifizierbaren Gesundheitsdaten und biologischem Material in Gesundheitsdatenbanken und Biobanken. Besonders betont wird dabei das Recht auf Autonomie, Datenschutz und Vertraulichkeit. Die Deklaration wurde in einem vierjährigen Prozess von einer WMA-Arbeitsgruppe vorbereitet, der auch die BÄK angehörte.

Sämtliche Resolutionen und Stellungnahmen der 67. Generalversammlung des WMA stehen zur Verfügung.

Quelle: Bundesärztekammer, 26.10.2016