Digitalisierung

Ohne MTA-Berufe geht es auch in Zukunft nicht!

83 Prozent der Tätigkeiten der Medizinisch-technischen Assistenten für Funktionsdiagnostik, 67 Prozent der Tätigkeiten der Medizinisch-technischen Radiologieassistenten und 45 Prozent der Tätigkeiten der Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten können schon heute automatisiert ausgeführt werden.

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Digitalisierung | © bfishadow, CC BY 2.0

Laut Job-Futuromat (https://job-futuromat.ard.de/) können, basierend auf einer Analyse aus dem Jahr 2013, 83 Prozent der Tätigkeiten der Medizinisch-technischen Assistenten/-innen für Funktionsdiagnostik, 67 Prozent der Tätigkeiten der Medizinisch-technischen Radiologieassistenten/-innen und 45 Prozent der Tätigkeiten der Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten/-innen schon heute automatisiert, das heißt von Maschinen oder Software ausgeführt werden. Der Grad der Automatisierbarkeit steht für das Potenzial der Ersetzbarkeit, das Forscher als Substitutierbarkeitspotenzial bezeichnen. Der Futuromat sagt damit nicht, dass dies die Zukunft ist, sondern bringt zum Ausdruck, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sich diese Berufe und die in diesem Beruf zu erledigenden Tätigkeiten verändern werden.

Während die standardisierbaren Tätigkeiten automatisiert werden können, müssen die nicht-automatisierbaren Tätigkeiten weiterhin von Menschen, wie den MTA, erledigt werden; und es kommen noch neu zu erledigende Tätigkeiten hinzu: Die neuen Maschinen müssen bedient, kontrolliert, gewartet, (weiter-)entwickelt und das Fachwissen stets angepasst werden. Die Zukunft der MTA ist aber auch in der personalisierten Medizin zu sehen, in der Maschinen das Wissen und die Tätigkeiten der MTA-Berufe nur unterstützen können. Die MTA-Berufe werden künftig noch mehr die Zentauren (dazu MTA Dialog 2/2017, Seite 60–61) der Medizintechnik sein, das heißt die Verbindung zwischen Mensch und Technik. Sie können zum Beispiel mitwirken, die (Verbesserungs-)Potenziale für die Forschung zu entwickeln (Maschinen sind von Menschen geschaffen), sie können das Qualitätsmanagement sicherstellen, sie können Input geben, wie Maschinen das Arbeiten erleichtern, sodass ein Weniger an Arbeitsbelastung (zum Beispiel Heben von Lasten) und ein Mehr an Zeit für Kernkompetenzen (Spezialuntersuchungen im Rahmen der personalisierten Medizin) verbleibt.

Die Veränderung der MTA-Berufe bedeutet, dass die Aus-/Fort- und Weiterbildung dringend zukunftsfähig gemacht werden müssen. Im Wege des lebenslangen Lernens könnte ein Wandel hin zu einer emotionsfreien, analytischen Denkweise zu einer weiteren Optimierung in Teilbereichen führen. In Gänze wird es aber auch künftig nur zum Wohle des Patienten sein, dass MTA aus Fleisch und Blut, empathisch und freundlich die optimale Gesundheitsversorgung gewährleisten.

 

Entnommen aus MTA Dialog 4/2017