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Neue Behandlungsstandards für Frühgeborene

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Die medizinische Behandlung, die Frühgeborene und kranke Babys erhalten, sind in den einzelnen Ländern Europas sehr unterschiedlich. EFCNI - Foto Video Sessner GmbH
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Die neuen „Europäischen Standards für die Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen“ wurden am 28. November im Europäischen Parlament vorgestellt.

Frühgeburten, also Geburten vor der 37. Schwangerschaftswoche, und Geburtskomplikationen sind die häufigsten Todesursachen für Kinder unter fünf Jahren in Europa und darüber hinaus. Im Jahr 2016 starben weltweit 2,6 Millionen Kinder in ihrem ersten Lebensmonat. 2014 wurden in Europa mehr als 690.000 Babys zu früh geboren; mit einer Rate von fast 9 Prozent hat Deutschland dabei eine der höchsten Frühgeburtenraten in Europa.

Frühgeborene und Überlebende von Geburtskomplikationen müssen oft mit lebenslangen körperlichen, emotionalen und finanziellen Herausforderungen leben. Hinzu kommt, dass die medizinische Behandlung, welche diese Kinder erhalten, in den einzelnen Ländern Europas sehr unterschiedlich ist. Durch verschiedene praktische Maßnahmen von der Geburt an bis zur Einschulung und darüber hinaus könnten hingegen mehr Kinder als bislang überleben und ein besseres Leben führen – unabhängig von ihrem Geburtsort.

Initiiert durch die Stiftung European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI) mit Sitz in München, in Zusammenarbeit mit rund 220 internationalen medizinischen Experten, Patientenvertretern und weiteren Interessensvertretern setzen diese Standards neue Maßstäbe in der Behandlung von Frühgeborenen und kranken Babys. Das Fachmagazin The Lancet Child & Adolescent Health berichtet in einem Editorial über die neuen Standards, die online zugänglich sind. 2017 war das Projekt durch die Initiative Deutschland – Land der Ideen ausgezeichnet worden.  

Die „Europäischen Standards für die Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen“ wurden auf Einladung von MEP Prof. Dr. Angelika Niebler und MEP Dr. Peter Liese im Europäischen Parlament am 28. November zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Außerdem wurde ein „Call to Action“ vorgestellt, der alle politischen Entscheider, Krankenhausverwalter, Versicherungen, medizinischen Verbände, Patientenorganisationen und die Industrie dazu aufruft, die Umsetzung der Standards in den einzelnen Ländern gemeinsam voranzutreiben.    

Literatur:

- The Lancet Child & Adolescent Health, www.thelancet.com/journals/lanchi/article/PIIS2352-4642(18)30369-9/fulltext

- Ärztezeitung online, 17. November 2017, www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/article/947694/weltfruehgeborenentag-anzahl-fruehchen-sieht-deutschland-alt.html [07.11.2018].

- Global, regional, and national estimates of levels of preterm birth in 2014: a systematic review and modelling analysis [13.11.2018] Verfügbar unter: www.thelancet.com/journals/langlo/article/PIIS2214-109X(18)30451-0/fulltext

- WHO. Factsheet: Preterm birth [Internet]. World Health Organization. [24.09.2018]. Verfügbar unter: www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/preterm-birth

- Children: reducing mortality [Internet]. World Health Organization. [14.09.2018]. Verfügbar unter: www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/children-reducing-mortality

- WHO. Data and statistics [Internet]. 2018 [20.09.2018]. Verfügbar unter: www.euro.who.int/en/health-topics/Life-stages/maternal-and-newborn-health/data-and-statistics

- Blencowe H, Cousens S, Chou D, Oestergaard M, Say L, Moller A-B, et al. Born too soon: the global epidemiology of 15 million preterm births. Reprod Health. 2013;10 Suppl 1:S2.

- Lehtonen L, Gimeno A, Parra-Llorca A, Vento M. Early neonatal death: A challenge worldwide. Semin Fetal Neonatal Med. 2017;22(3):153–60.

Quelle: EFCNI, 30.11.2018

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