Empfehlung des Forums Gesundheitsforschung

Nationale Infrastruktur zur Proteom-Massenspektrometrie

Die klinisch orientierte Massenspektrometrie von Proteinen kann entscheidend dazu beitragen, neue Diagnoseverfahren zu ermöglichen und die Wirkung von Therapien zu verbessern.

Proteom-Massenspektrometrie

Proteine oder Eiweiße haben sehr komplexe Strukturen. Die Massenspektrometrie hilft, ihre Eigenschaften zu erforschen. | Thinkstock

Um das große Potenzial der Massenspektroskopie bei der Weiterentwicklung der personalisierten Medizin wirksam werden zu lassen, empfiehlt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Forum Gesundheitsforschung den Aufbau einer nationalen Infrastruktur. Dies wird auch dazu beitragen, Deutschland als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken.

In allen Lebensprozessen spielen Proteine eine zentrale Rolle. Oft steht ihre Funktion – oder Fehlfunktion – im Zusammenhang mit Krankheiten. Das macht Proteine in jeder Zelle des menschlichen Körpers zum potenziellen Ansatzpunkt moderner Therapien. Die personalisierte Medizin will diese Therapien auf die individuellen Eigenschaften und Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zuschneiden, um sie noch wirksamer behandeln zu können. Die Erforschung der Gesamtheit aller Proteine in den Zellen (Proteom) ist dabei ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

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Das Forum Gesundheitsforschung empfiehlt deshalb den Aufbau einer nationalen Infrastruktur für eine klinisch orientierte Proteom-Massenspektrometrie. Mit diesem physikalischen Verfahren können Gesundheitsforscherinnen und -forscher wichtige Eigenschaften krankheitsrelevanter Proteine analysieren. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei, neue und bessere Therapien zu entwickeln. Der breitere Einsatz der Proteom-Massenspektroskopie in der klinischen Forschung soll auch dazu beitragen, Deutschland auf dem Gebiet der personalisierten Medizin in eine weltweit führende Position zu bringen.

Schrittweises Vorgehen

Um diese Ziele zu erreichen, schlägt das Forum ein schrittweises Vorgehen vor. Im ersten Schritt sollen stark interdisziplinär und kooperativ auf die klinische Forschung ausgerichtete Entwicklungspartnerschaften aufgebaut werden. Dafür sind Verbundstrukturen mit vernetzten klinischen, technischen und bioinformatischen Forschungsgruppen zu entwickeln. Das Forum empfiehlt auch eine Kooperation mit den in Deutschland ansässigen und weltweit führenden Geräteherstellern. So wird die aufzubauende Infrastruktur auch für die Medizintechnik zu einem wichtigen Impulsgeber.

In einem zweiten Schritt sollen die Verbünde zu einer bundesweiten Struktur vernetzt werden. Diese Infrastruktur soll der Gesundheitsforschung in Deutschland breit zugänglich sein und langfristig auch andere omics-orientierte massenspektrometrische Anwendungen in der personalisierten Medizin mit einschließen.


Quelle: Forum Gesundheitsforschung, 04.12.2017