Autoimmunerkrankungen

Multiple Sklerose: Wie wirken Nahrungsergänzungsmittel?

Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose (MS) gehen häufig mit einem Ungleichgewicht der Darmflora einher. Ob und wie die Gabe von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln wie Propionsäure erfolgversprechend für die Behandlung ist, wird ein Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Ralf Gold untersuchen.

Wie Nahrungsergänzungsmittel bei Multipler Sklerose wirken

Forschung: Wie Nahrungsergänzungsmittel bei Multipler Sklerose wirken | Zerbor, stock.adobe.com

Für das geplante Projekt wurde das Team der Klinik für Neurologie des St. Josef Hospitals der Ruhr-Universität Bochum (RUB) am 4. November 2021 mit dem 12. Oppenheim-Förderpreis für Multiple Sklerose der Firma Novartis Pharma GmbH ausgezeichnet. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. „Bei Autoimmun- sowie neurodegenerativen Erkrankungen wird ein Ungleichgewicht der Darmflora viel diskutiert, welches mit einer Verminderung kurzkettiger Fettsäuren einhergeht. Diese Fettsäuren stammen aus dem enzymatischen Abbau von sonst unverdaulichen Nahrungsbestandteilen durch Darmbakterien“, erklärt Dr. Barbara Gisevius aus dem Team von Ralf Gold. In einer vorangegangenen Studie konnten die Forscher/-innen bereits zeigen, dass die kurzkettige Fettsäure Propionsäure einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf von Multipler Sklerose zeigt. Sie erhöhte den Anteil an entzündungshemmenden regulatorischen T-Zellen des Immunsystems und reduzierte damit Entzündungsprozesse deutlich.

Propionsäure kann Entzündungsprozesse hemmen

Barbara Gisevius und Dr. Jeremias Motte werden in dem neuen Projekt die Wirkung der MS-Medikamente auf die Gesamtheit der Bakterien im Darm von Patientinnen und Patienten untersuchen, das sogenannte Darmmikrobiom. Sie wollen außerdem ergründen, in welchem Maße der zusätzliche Einsatz des Nahrungsergänzungsmittels Propionat die Wirkung bestimmter MS-Therapien beeinflusst. „Dazu werden wir vor allem Analysen zum Immunsystem und der Neurodegeneration heranziehen“, so Gisevius.

Quelle: idw/Ruhr-Universität Bochum