60 Jahre Nuklearmedizin in Dresden

Mit strahlenden Molekülen diagnostizieren und behandeln

„Moderne Nuklearmedizin für eine individualisierte Therapie“, lautet das Motto der heute in Dresden beginnenden 54. Jahrestagung der DGN. Neben dem breiten Themenspektrum an Vorträgen, Fortbildungen und Plenumssitzungen werden 60 Jahre Nuklearmedizin in Dresden gewürdigt.

 

Kombination aus PET und MRT

Kombination aus PET und MRT | HZDR/Frank Bierstedt

Prof. Jörg Kotzerke, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, ist Präsident des Kongresses, der mehr als 2.000 Ärzte, Wissenschaftler und Angehörige medizinischer Fachberufe in die sächsische Landeshauptstadt lockt. Neben dem breiten Themenspektrum an Vorträgen, Fortbildungen und Plenumssitzungen wird das 60-jährige Bestehen der Klinik sowie des Instituts für Radiopharmazeutische Krebsforschung am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf gewürdigt.

Jährlich mehr als 1.200 Patienten behandelt

Von der engen Zusammenarbeit beider Einrichtungen profitieren seit Beginn Patienten, die dadurch Zugang zu den innovativsten Therapien erhalten. Die 18-Betten-Klinik, die jährlich mehr als 1.200 Patienten stationär behandelt, ist eine der effizientesten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland. „Unser Fach hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt“, sagt Prof. Kotzerke. Dies spiegelt sich im Spektrum der therapeutischen und diagnostischen Verfahren wider, die auch die Klinik für Nuklearmedizin am Dresdner Uniklinikum unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Institut für Radiologische Diagnostik anbietet.

Ein Beispiel dafür ist die Kombination Positronen-Emissions-Tomografie (PET) mit der Computertomographie (CT) beziehungsweise der Magnetresonanz-Tomografie (MRT). Dank des Miteinanders der Disziplinen und Verfahren lässt sich eine Krebserkrankung heute noch präziser diagnostizieren und so eine bessere Basis für wirksame Therapien schaffen.

PET/MRT ging 2011 in Betrieb

Die Dresdner Hochschulmedizin verfügt auf dem Gebiet der sogenannten Hybrid-Bildgebung über eine hervorragende Ausstattung: Nachdem 1997 im Forschungszentrum Rossendorf das gemeinsame PET-Zentrum zwischen dem Forschungszentrum und dem Uniklinikum eröffnet wurde und 2005 am Uniklinikum das erste PET-CT in Sachsen installiert wurde, ging die kombinierte PET/MRT-Anlage 2011 am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) in Betrieb. Dieses Gerät steht seit vergangenem Jahr ebenfalls auf dem Klinikums-Campus.

Diese Infrastruktur wie auch die Ernennung der Dresdner Hochschulmedizin zum einzigen Partnerstandort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg drückt die hier etablierte interdisziplinäre Expertise in Diagnostik und Therapie onkologischer Krankheitsbilder aus: Dresden ist auf diesem Gebiet über die Grenzen Deutschlands hinaus führend – wissenschaftlich ebenso wie in der Krankenversorgung.

„Im Dialog mit den anderen Disziplinen werden wir einen neuen Blick auf onkologische Zusammenhänge werfen und unsere Perspektive erweitern können“, umreißt Prof. Jörg Kotzerke den inhaltlichen Anspruch der DGN-Jahrestagung. Das spiegelt sich auch in den Schwerpunkten der mehrtägigen Veranstaltung wider. Die Experten diskutieren in Dresden zum Beispiel über die Hybridbildgebung als tief integrierte Kombination bildgebender Verfahren oder über die auf molekulare Bildgebung gestützten Radiopharmaka-Therapien.