WHO-Report

Malaria: Rate der Neuinfektionen geht zurück

Malaria ist nach wie vor eine ernstzunehmende Krankheit. Obwohl es in den letzten fünf Jahren schon zu vielen Verbesserungen kam, bleibt der Handlungsbedarf weiterhin enorm.

Malaria

Insbesondere für Kinder unter fünf Jahren ist die Krankheit Malaria, die durch Stechmücken übertragen wird, aktuell ein tödliches Risiko. | pixabay.de

Die Tropenkrankheit Malaria tötet jährlich noch immer Hunderttausende Menschen, im letzten Jahr waren es 429.000. Seit dem Jahr 2010 sank die Sterblichkeitsrate um 29 Prozent. Im selben Zeitraum ist die jährliche Zahl der Malaria-Neuinfektionen um 21 Prozent gesunken. Am stärksten von der Krankheit betroffen sind afrikanische Länder südlich der Sahara: mehr als 90 Prozent aller Malaria-  Neuinfektionen und –Todesfälle entfallen auf diese Region. Dies geht aus dem heute veröffentlichten „Malaria Report 2016“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor.

Verbessert hat sich laut des aktuellen WHO-Reports vor allem die Lage für Kinder und schwangere Frauen. Grund dafür ist, dass der Zugang zu Malaria-Schnelltests und die vorbeugende medikamentöse Behandlung erheblich ausgeweitet werden konnte. Im Jahr 2015 bekam die Hälfte aller Kinder (51%), die in öffentlichen Krankenhäusern in 22 malariagefährdeten Ländern Afrikas wegen Fieber behandelt wurden, einen möglicherweise lebensrettenden Schnelltest. Ein Anstieg von 21% im Vergleich zum Jahr 2010. Auch der Anteil von schwangeren Frauen, die mit dem vorbeugenden Malariamittel Sulfadoxine-Pyrimethamine versorgt waren, verbesserte sich in 20 afrikanischen Ländern von 6% (2010) auf 31% (2015).

Rote Blutzelle, die mit Malaria infiziert ist

Mit ihren Arbeiten konnte von den Forschern eindeutig nachgewiesen werden, dass MTRAP für die Freisetzung der Gametozyten aus den Blutzellen wichtig ist und damit ein Schlüsselprotein für die Übertragung der Malaria durch die Stechmücken darstellt.

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Ein weiterer Erfolg ist, dass mittlerweile 53% der Bevölkerung in subsaharischen Risikogebieten unter Moskitonetzen schlafen, die mit Insektenschutzmitteln imprägniert sind. Ein Zuwachs von mehr als 20% im Vergleich zu 2010. Laut Renate Bähr, Geschäftsführerin von „Deutsche Stiftung Weltbevölkerung“ zeigen diese Erfolge, „dass sich Investitionen in die Prävention, Diagnose und Behandlung dieser Krankheit auszahlen“. Dennoch bleibe der Handlungsbedarf enorm, wenn die Weltgemeinschaft ihr Ziel erreichen will, die Malaria-Epidemie bis 2030 zu beenden. Insbesondere für Kinder unter fünf Jahren ist Malaria aktuell ein tödliches Risiko, zu ihnen zählen 70% aller Malariatoten.


Quellen:

http://who.int/mediacentre/news/releases/2016/malaria-control-africa/en/

 

http://www.presseportal.de/pm/24571/3509591