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Leicht rückläufige Tendenz

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Medizintourismus
Patienten unter anderem aus Russland und den Golfstaaten lassen sich in Deutschland behandeln. Kmegafloppi/iStockphoto
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2016 ließen sich mehr als 253.000 Patienten aus 181 Ländern stationär oder ambulant in Deutschland behandeln und bescherten dem deutschen Gesundheitssystem Einnahmen von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Dennoch ist der Medizintourismus nach Deutschland erstmals seit Jahren gesunken.

Wie bereits im Vorjahr setzte sich der Abwärtstrend bei Patienten aus Russland (Rückgang von rund 13 Prozent) und Kasachstan (Rückgang von 32 Prozent). Wie erwartet, brachen die medizinischen Behandlungsreisen aus den Golfstaaten massiv ein: Vereinigte Arabische Emirate (-8 %), Saudi-Arabien (-20 %), Katar (-13 %) und Oman (-36 %).

Neben den vorhandenen starken Schwankungen der Nachfrage in diesen Märkten sind ökonomische und politische Faktoren für diese Entwicklung verantwortlich. Haushaltsdefizite, die Einführung der Mehrwertsteuer in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Budgetkürzungen in vielen Bereichen weisen darauf hin, dass künftig eher weniger finanzielle Mittel für Auslandsbehandlungen in vielen Golfstaaten zur Verfügung gestellt werden. Außenpolitische Krisen in der Golfregion und innenpolitische Strukturveränderungen, insbesondere das Vorgehen gegen Korruption und Veruntreuung in einzelnen Golfstaaten, unterstützen diese Vermutung.

„Die vergleichsweise schlechte Organisation in den eigenen Konsulaten sowie die geringe Transparenz bei der Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Kliniken führen zu einer großen Verunsicherung in den arabischen Ministerien“, so Jens Juszczak von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS). Klare Strukturen und Regelungen bei der Zusammenarbeit, geschultes Personal und eine stetige Kontrolle und Zertifizierung der beteiligten Akteure anhand objektiver Kriterien könnten dazu beitragen, wieder Vertrauen auf allen Seiten schaffen.

Quelle: H-BRS, 01.02.2018


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