Berufsverband deutscher Laborärzte

Laborärzte zögerlich gegenüber Auffrischungsimpfungen

Die Ergebnisse von Antikörperbestimmungen deutscher Facharztlabore liefern keine Argumente für pauschale COVID-19-Auffrischungsimpfungen. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) hin.

Auffrischungsimpfungen

In den meisten Fällen zeigten Antikörpertests, dass Geimpfte gut auf die Impfung ansprechen, so die Labormediziner. | Daniel – stock.adobe.com

Medizinisch, ethisch und wirtschaftlich sei es sinnvoller, in Zweifelsfällen zunächst den Antikörperstatus individuell zu bestimmen, um dann über eine weitere Impfung zu entscheiden. „Die Zahl derjenigen, die auf eigene Kosten in den medizinischen Laboren ihre Antikörper auf das Coronavirus bestimmen lassen, nimmt stetig zu“, informiert der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski. In den meisten Fällen zeigten diese Antikörpertests, dass Geimpfte nicht nur gut auf die Impfung ansprächen, sondern auch mit wachsenden Zeitabständen zur zweiten Impfung hohe Antikörpertiter aufwiesen. Das gelte für Pflegebedürftige, darunter auch junge Menschen mit Behinderung, wie auch für ältere Menschen, ebenso auch für Hochbetagte, die keine Hilfeleistungen benötigen.

Kreuzimpfung

Ein Forschungsteam fand heraus, dass die Antikörperantwort bei der Kombinationsimpfung sehr viel stärker ausgeprägt ist als bei der zweimaligen Gabe von AstraZeneca.

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Auch die Pläne der Gesundheitsministerkonferenz, allen vollständig mit einem Vektorimpfstoff Geimpften eine Drittimpfung mit einem mRNA-Impfstoff anzubieten, sei mit den Erkenntnissen der Labormediziner nicht begründbar, so der BDL. Vor dem Hintergrund, dass in weiten Teilen der Welt bisher kaum geimpft werden könne und auch aus wirtschaftlichen Erwägungen sei es sinnvoller, die SARS-CoV-2-Antikörperbestimmung zur Kassenleistung zu machen. Dann könne man in Zweifelsfällen vor einer eventuellen dritten Impfung die Wirkung der vorangegangenen Immunisierungen bewerten.


Quelle: BDL, 10. 08. 2021