Mammographie-Screening

Kurze Wartezeiten zwischen Untersuchung und Befund

94 Prozent der rund 2,9 Millionen untersuchten Frauen erhalten innerhalb von sieben Werktagen nach der Mammographie-Untersuchung den Befund.

Mammographie-Screening

Nach 7 Tagen erhalten Frauen das Ergebnis der Doppelbefundung. | Viviane Wild/Kooperationsgemeinschaft Mammographie

„Die Wartezeiten zwischen Untersuchung, Ergebnis und erneutem Termin halten wir so gering, wie es die hohen Qualitätsanforderungen im Mammographie-Screening vorsehen“, sagt Vanessa Kääb-Sanyal, Geschäftsstellenleiterin der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Das Besondere an dieser Brustkrebsfrüherkennung ist die voneinander getrennte Begutachtung der Röntgenbilder von mindestens zwei Ärzten.

„Eine Frau im Mammographie-Screening erhält damit automatisch eine ärztliche Zweitmeinung – in mehreren Fällen sogar eine Drittmeinung“, betont Kääb-Sanyal. Denn schon, wenn nur einer der beiden Ärzte eine Auffälligkeit im Brustgewebe feststellt, wird ein dritter Arzt hinzugezogen. Erst dann wird entschieden, ob die Auffälligkeiten weiter abgeklärt werden müssen oder diese als gutartig eingestuft werden können.

Mammographie

Aktuelle Studien aus Deutschland zeigen, dass Frauen von der früheren Diagnosestellung im Mammographie-Screening und der damit verbundenen schonenderen Therapie profitieren.

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„Dadurch stellen wir sicher, dass Frauen nur in einem medizinisch begründeten Verdacht auf Brustkrebs zu einer weiteren Untersuchung eingeladen werden“, betont Kääb-Sanyal. Jedem begründeten Verdacht muss nachgegangen werden, Ärzte stellen zu diesem Zeitpunkt aber keine Brustkrebsdiagnose. Frauen machen sich jedoch Sorgen, wenn sie eine Einladung zu einem weiteren Untersuchungstermin bekommen. Deshalb werden die Wartezeiten zwischen Untersuchung, Befundmitteilung und erneuter Untersuchung so kurz wie möglich gehalten.

Rund 130.000 Frauen erhielten 2014 einen erneuten Untersuchungstermin. Für wiederholt am Screening teilnehmende Frauen entspricht dies einem Anteil von drei Prozent. Bei 33.000 Frauen (1,1 Prozent) konnte der Anfangsverdacht durch ergänzende bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall nicht ausgeräumt werden. Ihnen wurde eine minimal-invasive Biopsie empfohlen. Dabei wird Brustgewebe entnommen und mikroskopisch untersucht. Erst durch diese Untersuchung wird festgestellt, ob es sich um Brustkrebs handelt und der Frau eine Krebsdiagnose mitgeteilt. Bei knapp 17.000 Frauen war das 2014 der Fall. Das sind sechs von 1.000 untersuchten Frauen.

 

Hintergrund

In 2013 erkrankten rund 71.600 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs (Robert Koch-Institut 2016); rund 17.800 Frauen starben aufgrund der Erkrankung. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.



Quelle: idw/Kooperationsgemeinschaft Mammographie, 20.01.2017