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Kunstwettbewerb mit Mikroorganismen

Erster Platz geht an Team der HSWT
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Agar-Art-Werk ‚Microlilies‘
Das ausgezeichnete Agar-Art-Werk ‚Microlilies‘ Foto: MIA
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Sonja Borndörfer hat beim „Agar Art Contest“ der „American Society for Microbiology“ den ersten Platz in der Kategorie „Professional“ belegt. Seit 2015 werden bei diesem Wettbewerb jährlich in fünf Kategorien Kunstwerke prämiert, die mit lebenden Mikroorganismen auf einer Agar-Basis geschaffen wurden.

Ziel dieses Wettbewerbes ist es, der Öffentlichkeit die Welt der Mikroorganismen in ihrer Vielfalt und Schönheit näherzubringen. Insgesamt wurden dieses Jahr 300 Kunstwerke aus 31 Ländern eingereicht. Borndörfer ist Studentin des Bachelorstudiengangs „Biotechnologie“ der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und hat gemeinsam mit Labor- und Technikumsingenieur Michael Lanzinger und Projektbetreuer Prof. Dr. Norbert W. Hopf den Preis gewonnen.

Projektarbeit innerhalb der Studiengruppe „Microbiology Infects Art“

Borndörfer hatte ihr nun ausgezeichnetes Werk „Microlilies“, eine Darstellung von Seerosen, im Zuge einer Projektarbeit innerhalb der von Hopf geleiteten Studiengruppe „Microbiology Infects Art“ (MIA) erstellt und auf Anraten ihres Professors beim Wettbewerb eingereicht. „Es fasziniert mich sehr, was für eine große Reichweite mein Kunstwerk durch den ersten Platz beim ‚Agar Art Contest‘ erlangt hat. Teilgenommen habe ich aus reinem Interesse, etwas Neues auszuprobieren und plötzlich wird mein Bild auf der anderen Seite des Atlantiks veröffentlicht“, sagte Borndörfer zur Auszeichnung.

MIA-Studiengruppe besteht seit 2014

Bei der Erstellung ihres Kunstwerks konnte sie auf den Erfahrungsschatz der seit 2014 bestehenden MIA-Studiengruppe zurückgreifen. Diese entwickelt Plattformtechnologien, um mit Methoden der Mikrobiologie und Biotechnologie Kunstwerke zu erschaffen, so die Hochschule. Im Laufe der Jahre haben Studierende in zahlreichen Studienarbeiten untersucht, welche Keime auf welcher Agar-Grundlage unter welchen Bedingungen - also pH-Bereich, Salz- und Zuckergehalt sowie Temperatur - in welcher Farbe wachsen. So sei eine Sammlung von Mikroorganismen entstanden, die Borndörfer nun zur Verfügung stand. Quasi ein mikrobiologischer „Tuschkasten“, denn um eine „Agar-Art-Zeichnung“ zu erschaffen, benötigt man Mikroorganismen in unterschiedlichen Farben und muss wissen, wie diese mit dem als Nährboden verwendeten Agar-Typ reagieren.

Wie entstehen aus Mikroorganismen Bilder?

Der erste Schritt bestehe darin, verschiedene Kombinationen auszuprobieren. Anschließend trage man mit einer winzigen Öse Mikroorganismen der entsprechenden Farbe gemäß der Bildvorlage - in Borndörfers Fall Fotos von Seerosen - auf die Agar-Basis auf. Dabei müsse höchst präzise und hygienisch einwandfrei gearbeitet werden. „Man muss die Öse zwischendurch immer wieder desinfizieren und sehr aufpassen, dass man nicht zwei verschiedene Mikroben-Stämme vermischt. Falls das passiert, wird das Bild unbrauchbar“, berichtet Borndörfer. Hinzu komme: Während man die Mikroorganismen auftrage, sehe man von dem Bild nichts, denn ihre Anzahl ist noch zu gering als dass ihre Farbe sichtbar wäre. „Erst wenn sich die Organismen in der Petrischale unter geeigneten Wachstumsbedingungen vermehren und eine gewisse Anzahl erreicht haben, wird das kreierte Bild sichtbar“, erläutert Borndörfer. An diesem Punkt stoppe man den Wachstumsprozess, indem man die Petrischale in den Kühlschrank verlagere. „Schon als ich das im Rahmen eines Seminars zum ersten Mal im kleinen Stil ausprobieren durfte, fand ich es total faszinierend“, erzählt Borndörfer. Die Arbeiten der Studiengruppe erfolgen ausschließlich mit gesundheitlich unbedenklichen Mikrobenstämmen.

Zeitsensitives Ansetzen von Agar-Nährböden

Unterstützt wurde die 21-Jährige durch Michael Lanzinger, Labor- und Technikumsingenieur an der Fakultät Bioingenieurwissenschaften. Er kümmerte sich um die notwendige Labor-Infrastruktur und übernahm teilweise das komplexe und zeitsensitive Ansetzen von Agar-Nährböden. Hopf stand als Studiengruppenleiter mit Rat und Tat zur Seite und unterstützte insbesondere auch bei der Komposition der Bilder für den Wettbewerb.

Quelle: idw/Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

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