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Krim-Kongo-hämorrhagisches-Fieber-Virus (CCHFV)

Infektiologie
Ursula Brett
Krim-Kongo-hämorrhagisches-Fieber-Virus (CCHFV)
Hyalomma rufipes © Alan R Walker – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17509808
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Das Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber (CCHF) ist eine akute Erkrankung, die durch Viren verursacht wird, welche durch Hyalomma-Zecken auf den Menschen übertragen werden und in Zentralasien schon sehr lange bekannt sind.

Zusammenfassung

Das Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber (CCHF) ist eine durch Zecken übertragende Viruserkrankung, in deren Verlauf es zu einer erhöhten Blutungsneigung und zur Ausbildung von Hämorrhagien kommen kann. In mehr als 30 Ländern Afrikas, Asiens, Südosteuropas (Albanien, Bulgarien, Kosovo) kommt das Virus endemisch vor, und seit 2003 werden zunehmende Infektionen aus der Türkei gemeldet. Wichtigster Vektor sind die Zecken Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes. Neben den Menschen können auch viele Tiere infiziert werden, wobei die Tiere im Gegensatz zum Menschen nicht erkranken. Sie sind zusammen mit den infizierten Zecken das natürliche Erregerreservoir. Die Übertragung des CCHFV auf den Menschen ist vielfältig. Hauptsächlich erfolgt die Infektion des Menschen in den Endemiegebieten durch den Stich einer infizierten Hyalomma-Zecke beim Blutsaugen, auch durch direkten Kontakt mit Speichelblut oder frischem Fleisch von infizierten Tieren ist möglich. Die Inkubationszeit ist von der Übertragungsart und Infektionsdosis abhängig. Sie kann zwischen 1–3 Tagen bei einem Zeckenstich betragen oder bis zu 12 Tagen. Häufiger verläuft die Infektion ohne Symptome oder nur mit geringen Krankheitserscheinungen, aber auch schwere Verläufe mit Haut-, Darmblutungen, Bluterbrechen, oft mit einer Leberschädigung sind möglich. Die Diagnose eines Verdachtsfalls auf CCHF darf nur in Speziallabors der Biosicherheitsstufe 4 für die Virusanzucht und der Biosicherheitsstufe 3 für die Serologie erfolgen.

Schlüsselwörter: Krim-Kongo-hämorrhagisches-Virus, Hyalomma-Zecke, Vektor, Virusnachweis, Antikörpernachweis, indirekter Immunfluoreszenz-Test

Abstract

Crimean-Congo haemorrhagic fever (CCHF) is a tick-borne viral disease in the course of which there may be an increased tendency to bleed and the formation of haemorrhages. In more than 30 countries in Africa, Asia, Southeast Europe (Albania, Bulgaria, Kosovo) the virus is endemic and since 2003 increasing infections have been reported from Turkey. The most important vectors are the ticks Hyalomma marginatum and Hyalomma rufipes. In addition to humans, many animals can also be infected, but unlike humans, the animals do not become ill. Together with the infected ticks, they are the natural pathogen reservoir. The transmission of CCHFV to humans is manifold. The infection of humans in endemic areas is mainly caused by the bite of an infected Hyalomma tick during blood sucking. It is assumed that an aerogenic transmission by infectious aerosols is also possible. The incubation period depends on the type of transmission and infection dose. It can be between 1 and 3 days for a tick bite or up to 12 days. More frequently, the infection progresses without symptoms or only with minor symptoms, but also severe courses with skin and intestinal bleeding, blood vomiting, often with liver damage are possible. The diagnosis of a suspected case of CCHF may only be made in special laboratories with biosafety level 4 for virus cultivation and biosafety level 3 for serology.

Keywords: Crimean-Congo haemorrhagic virus, Hyalomma, vector, virus detection, antibody detection, indirect immunofluorescence test

DOI: 10.3238/MTADIALOG.2019.0672

Entnommen aus MTA Dialog 8/2019

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