Woche für das Leben

„Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby“

Unter dem Jahresthema: „Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby“ setzt sich die diesjährige Woche für das Leben mit den Wünschen nach einer sorgenfreien Schwangerschaft, einer glücklichen Geburt, einem gesunden Kind und einem guten Heranwachsen des Kindes auseinander.

Woche für das Leben

Motivplakat der diesjährigen Woche für das Leben | DBK/EKD

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sprach im ökumenischen Eröffnungsgottesdienst zur Woche für das Leben davon, dass Kinder „kleine Wunder“ und deshalb für viele Menschen aus einer gelungenen Lebensplanung kaum wegzudenken sind. Wenn der Kindersegen jedoch ausbleibe oder die Sorge um das ungeborene Kind übermächtig werde, dann „hat niemand das Recht, über die Paare in solchen Zerreißproben selbstgerecht zu urteilen“, so Kardinal Marx. Die heutige Medizin biete eine ganze Reihe von Handlungs- und Behandlungsmöglichkeiten an, „die auch Fragen aufwerfen und Bedenken auslösen. Sei es, weil sie eine erhebliche Belastung für die Behandelten mit sich bringen, sei es, weil sie unter ethischer Perspektive Grenzen überschreiten, oder sei es, weil sie für die Betroffenen und nicht zuletzt für die weitere Entwicklung der Kinder unabsehbare Konsequenzen nach sich ziehen.“

Im Ringen um einen wirklichen Fortschritt gelte es, „den klaren Blick für die drohenden Verhängnisse zu bewahren, die sich aus der Anwendung von Technik ergeben können. Oft genug sind Menschen zu Opfern einer rücksichtslosen und gewalttätigen Technisierung von Lebensbereichen geworden. Diese Erfahrung drängt zu besonderer Vorsicht, zumal, wenn es um die Entwicklung und Entfaltung menschlichen Lebens geht.“ Auch jenseits von Präimplantationsdiagnostik, in deren Folge Embryonen aussortiert, wissenschaftlich verzweckt und schließlich vernichtet würden und die sich verbieten, gelte es, „der technischen Machbarkeit nicht blind zu vertrauen. Letztlich ist immer daran zu erinnern, dass Kinder ein Geschenk sind und das menschliche Leben auch Geschick ist.“

"Die Verbindung von Biotechnologie mit der modernen Konsumkultur"

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, wies in seiner Predigt im Gottesdienst darauf hin, dass mit den modernen medizintechnischen Entwicklungen eine tiefe Ambivalenz verbunden sei. „Möglicherweise stecken die größten Gefahren der Nutzung der neuen Biotechnologien nicht in der bewussten Konstruktion von neuen Menschen, die manche als Frankenstein-Horrorvisionen an die Wand malen. Möglicherweise ist das viel Gefährlichere die schleichende Verfügbarmachung des Lebens, die Verbindung von Biotechnologie mit der modernen Konsumkultur.“

Es bestehe heute etwa die Möglichkeit, auf Internetseiten internationaler Fortpflanzungskliniken anhand der Persönlichkeitsprofile der Spenderinnen die gewünschten Eizellen für eine künstliche Befruchtung auszuwählen und zu erwerben. Die meisten Menschen, die diese Angebote nutzten, hätten eine Leidensgeschichte ersehnter Elternschaft hinter sich. Trotzdem müssten hier Grenzen geachtet werden. Ein Umgang mit menschlichem Leben als Ware widerspräche einer Sozialkultur, in deren Zentrum die Würde des Menschen steht. Der Kern des Würdebegriffs schließe jede Instrumentalisierung und Ökonomisierung aus, unterstrich der Ratsvorsitzende. „Es hat seine guten Gründe, dass das deutsche Embryonenschutzgesetz gegenüber der Verzweckung menschlichen Lebens eine klare Sperre einbaut.“

Quelle: DBK/EKD, 28.04.2017