Interview mit Anke Ohmstede und Christiane Maschek

„Ideen und Engagement der Mitglieder“

Im Interview mit MTA Dialog berichten DVTA-Präsidentin Anke Ohmstede und DVTA-Vizepräsidentin Christiane Maschek unter anderem über ihre Aufgaben und ihr Engagement im Verband.

Berufspolitik

Anke Ohmstede und Christiane Maschek | © DVTA

Frau Ohmstede, Frau Maschek, seit wann sind Sie im DVTA? Was waren Ihre Beweggründe, in den Verband einzutreten?

Ohmstede: Eine Kollegin aus der Laboratoriumsmedizin hat mich in den Achtzigerjahren in den DVTA „gelotst“. Sie nahm mich zu einer Sitzung und Fortbildung der Landesvertretung Niedersachen/Bremen mit. Die Kolleginnen konnten mir sehr gut vermitteln, dass man als MTRA doch im DVTA sein muss.

Maschek: Ich bin im März 1998 in den Berufsverband – damals noch Deutscher Verband technischer Assistenten/-innen – eingetreten. Damals fing ich nach einer zehnjährigen Unterbrechung im Berufsleben wieder an zu arbeiten und es war für mich selbstverständlich, auch die Mitgliedschaft im Berufsverband aufzunehmen. Den Berufsverband auf der einen Seite durch meine Mitgliedschaft zu unterstützen und auf der anderen Seite auch das umfangreiche Angebot, wie zum Beispiel die aktuellen Informationen der Zeitschrift MTA Dialog, in Anspruch nehmen zu können. Als Lehrkraft in der MTLA-Schule fand ich es damals bereits wichtig, das Angebot der Weiterbildung durch den DVTA und die Unterstützung nutzen zu können, sich mit anderen Schulen auszutauschen. Die damaligen Lehrkräftetreffen boten eine gute Plattform zum Informationsaustausch. Heute ist diese immer noch erfolgreiche Plattform das Treffen Lehrender und Leitender – TLL, an der ich mittlerweile auch organisatorisch beteiligt bin. Wie bereits erwähnt, sah ich zumindest durch meine anfängliche passive Mitgliedschaft eine Möglichkeit, den DVTA in all seinen Aktivitäten zumindest finanziell mit dem Mitgliedsbeitrag zu unterstützen. Meine zeitlichen Ressourcen mit drei kleinen Kindern waren damals für die Ausübung einer aktiven Mitgliedschaft zu gering – es hatten Gremien, wie Elternrat, Vorrang. Dennoch wollte ich Mitglied im Verband sein, da es mir ein Gefühl der Vollständigkeit gab, einen Beruf auszuüben und dem dazugehörigen Berufsverband anzugehören. So trat ich dem Berufsverband erst einmal bei und engagierte mich nicht, letztendlich ist jedes Mitglied wichtig, um mit einer großen Anzahl an Mitgliedern im Verband politisch besser agieren zu können. Damit wuchsen meine Beweggründe erst einmal eher aus der ideellen Einstellung heraus.

Wann haben Sie sich entschieden, neben der Mitgliedschaft auch aktive Verbandsarbeit zu übernehmen? Was war Ihre persönliche Motivation?

Ohmstede: Durch den Kontakt zur Landesvertretung wurde ich zu einer Fortbildung als Referentin über die Immunszintigrafie bei kolorektalen Karzinomen eingeladen. Unser nuklearmedizinisches Institut am Klinikum Oldenburg nahm zu diesem Thema an einer bundesweiten Studie teil und die Kolleginnen waren sehr interessiert an den ersten Forschungsergebnissen. Es war mein erster Vortrag und meine erste Erfahrung, mit MTRA aus anderen Instituten zu fachsimpeln. Ich empfand den fachlichen Austausch als eine große Bereicherung, etwas, was man in die Arbeit einbringen konnte. Der Einstieg in die berufspolitische Arbeit kam Anfang der Neunzigerjahre über die Nuklearmedizin. Mit einigen Kolleginnen gründeten wir auf dem DGN-Kongress in Kiel die Arbeitsgemeinschaft Medizinisch-technischer Mitarbeiter/-innen (AGMTM). Aus- und Fortbildung in der Nuklearmedizin waren unsere wichtigsten Themen. Aber auch die Erkenntnis, dass wir für die Umsetzung von Reformen in der Ausbildung mit dem DVTA zusammenarbeiten müssen. Da ich kommissarischer Vorstand des DVTA in Niedersachsen/Bremen war, hatten wir von Anfang an einen guten Austausch und Zusammenarbeit. Im Laufe der Zeit habe ich die verschiedenen Gremien des DVTA und die Arbeitsweise des Berufsverbandes kennengelernt. Durch meine hauptberufliche Tätigkeit als Lehrkraft und Schulleitung ab 1990 und der anstehenden Novellierung des MTA-Gesetzes sind mir die politischen Zusammenhänge viel klarer geworden. Eine wesentliche Erkenntnis – das ist auch bis heute mein Motivator – ist, dass Veränderungen des MTA-Berufs nur mithilfe eines starken Berufsverbandes möglich sind. Bei Gesetzesänderungen werden die Verbände zu den Anhörungen eingeladen und nicht einzelne Personen. Der DVTA ist eine große Quelle von Informationen, Erfahrungen und Wissen, die auch für meine Arbeit in der Schule immer sehr nützlich waren.

Maschek: Ich habe als Mitglied in meiner passiven Zeit häufig auch die Mitgliederversammlungen besucht und wurde 2006 als Delegierte in Niedersachsen gewählt. Ich bekam so die ersten Einblicke in die aktive Arbeit des DVTA und den Ablauf von der Verbandsarbeit des DVTA. 2008/2009 habe ich begonnen, im Bereich der Kongresse die Morphologie-Histologietage mit zu organisieren und habe im Projekt AQiG (Ausbildungsqualität im Gesundheitswesen) für den DVTA mitgearbeitet. Dort habe ich in Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsfachberufen bemerkt, dass die Bemühungen des DVTA hin zu einer stärker qualifizierten Ausbildung und zur Ausbildung auf hochschulischer Ebene dringend unterstützt und verstärkt werden müssen. Mit der Wahl 2010 für das Vorstandsamt Ausbildung Laboratoriumsmedizin/Veterinärmedizin war es für mich wichtig, die Ziele meiner Vorgängerin weiterzuführen und auszuweiten. Ein sicherlich wichtiger Motivationsfaktor war, dass die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (MTA-APrV, 1994) für die MTLA-Ausbildung dringender Novellierung bedarf. Täglich Unterricht durchzuführen und dabei veraltete Inhalte aus der Gesetzesvorlage APrV beachten zu müssen, bringt Lehrkräfte häufig in einen Zwiespalt, da die Anforderungen im Berufsleben zum Teil nicht konform mit der Ausbildung gehen. Schaut man in die Zukunft, so wird es immer wichtiger, auch Gespräche mit anderen Gesundheitsberufen, Fachgesellschaften und politischen Akteuren auszubauen, um unseren Beruf gesellschaftspolitisch zu stärken. Auch wenn Wege hin zu Veränderungen sehr lang erscheinen, so bleibt die Motivation doch bestehen.