Deutscher Ethikrat

Diskussion über Folgen der Eizellspende

Der Deutsche Ethikrat diskutierte über Fragen der Eizellspende im Ausland und über Konsequenzen dieser Praxis im Inland.

 

Eizellspende

Der Deutsche Ethikrat diskutierte über die Folgen der Eizellspende. | Fotolia/jimcox4

Immer wieder nehmen Paare Angebote von Kliniken im Ausland wahr, um ihren Kinderwunsch mit Hilfe von Reproduktionstechnologien zu erfüllen, die in Deutschland verboten sind. Dazu gehört auch die Eizellspende. Da in vielen der Länder, in die Kinderwunschpaare reisen, die Eizellspenderinnen anonym sind, wird den auf diese Weise gezeugten Kindern die Wahrnehmung ihres elementaren Rechts auf Wissen um die eigene Herkunft verwehrt. Zwar können die Eltern ihr Kind über die Art seiner Entstehung aufklären, aber das Faktum der Anonymität können sie nicht ändern, was in psychosozialer Hinsicht hochproblematisch sein kann.

In seinem Grußwort der Diskussionsveranstaltung betonte Peter Dabrock, der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, man müsse „Fragen der Gestaltung und damit auch der rechtlichen Gestaltung unserer Gesellschaft im Blick behalten, freiheitsfunktional und sensibel für besonders vulnerable Menschen und Gruppen“. Vor diesem Hintergrund müsse man sich auch die Frage stellen: „Ist es eigentlich fair und nachvollziehbar, wenn wir Samen- und Embryospende erlauben oder als rechtlich möglich ansehen und die Eizellspende verbieten? Trägt diese Unterscheidung? Was begründet sie?“

Anhand zweier Fallbeispiele erläuterte der Humangenetiker Wolfram Henn, der auch Mitglied des Deutschen Ethikrates ist, dass die Diskussion über die Eizellspende keine abstrakt-theoretische sei, sondern für alle Beteiligten ganz konkrete Fragen aufwerfe, die es zunächst zu strukturieren gilt.

Ein umstrittenes Verfahren

Ratsmitglied Petra Thorn, die als Paar- und Familientherapeutin Frauen und Paare auch zu Fragen der Eizellspende berät, erläuterte, weshalb die Eizellspende ein sehr umstrittenes Verfahren ist: „Die Spenderinnen gehen aufgrund des erforderlichen medizinischen Eingriffs ein Risiko für die eigene Gesundheit ein. Zwischen den Empfängerpaaren und den Spenderinnen besteht ein Einkommensgefälle, und viele Frauen spenden wahrscheinlich nicht nur aus altruistischen, sondern auch finanziellen Gründen.“