Eine Volkskrankheit?

Das Mastzellaktivierungssyndrom

Ein bis dato zwar beschriebenes, aber unbenanntes Krankheitsbild bekommt im Jahr 2007 einen offiziellen Namen, und damit erhalten viele Patienten endlich eine Diagnose: das Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) [1].

Das Mastzellaktivierungssyndrom

Mastzellen in der Zellkultur | © Kauczuk, eigenes Werk, free use, Wikimedia

Zusammenfassung

Das Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) ist eine häufig auftretende, selten erkannte Multisystemerkrankung, bei der es zu einer vermehrten Degranulation und damit zur Ausschüttung der Mastzellmediatoren aus den Mastzellen in den Körper kommt. Bei Betroffenen des MCAS können allergieähnliche Symptome, die bis zur Anaphylaxie reichen, bereits durch kleinste Umweltfaktoren ausgelöst werden. Im Gegensatz zur Mastozytose existieren für die MCAS keine klaren Diagnostikkriterien, und häufig sind sämtliche Marker im Blut negativ. Ausschlaggebend ist das klinische Erscheinungsbild, welches zu erkennen selbst langjährige Spezialisten vor eine große Herausforderung stellt. In den letzten Jahren wurden immer mehr Verbindungen zwischen MCAS und anderen komplexen Krankheitsbildern hergestellt, wie dem Ehlers-Danlos-Syndrom, der Fibromyalgie, der interstitiellen Cystitis und vielen mehr. Die genaue Ursache bleibt bislang unbekannt. Die MCAS kann nicht geheilt, aber symptomatisch therapiert werden. Hierzu sind häufig eine Kombination aus Medikamenten, eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsweise und die Vermeidung von bekannten Auslösern nötig.

DOI: 10.3238/MTADIALOG.2017.0760

 

Entnommen aus MTA Dialog 9/2017