Förderung durch das Bundesforschungsministerium

Corona-PCR-Schnelltest mit verkürzter Testzeit

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert einen neuen PCR-basierten Corona-Schnelltest, den Bosch entwickelt hat und bei dem das Ergebnis in 39 Minuten vorliegt.

 

Coronatest

In den nächsten Monaten werden der Bundesforschungsministerin zufolge Menschen vermehrt getestet werden müssen. | bizoo_n - stock.adobe.com

An einer weiteren Beschleunigung des neuen Tests wird bereits gearbeitet. Der Test ermöglicht den dezentralen Einsatz vor Ort, ohne Probentransport zu Speziallabors. Hierzu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: „Die Zeitersparnis und die vereinfachte Logistik gegenüber herkömmlichen PCR-Tests ist für Labore und andere Anwender sicherlich von großem Nutzen. Wir werden gerade in den nächsten Monaten vor der besonderen Herausforderung stehen, Menschen vermehrt testen zu müssen. Bei dieser komplexen Aufgabe kann das von Bosch mit Unterstützung des BMBF weiterentwickelte Testverfahren eine große Hilfe sein.“

Die Testdurchführung ist einfach

Der Test soll in unter 2,5 Stunden zuverlässige Ergebnisse am Point-of-Care liefern. Er ist damit einer der ersten molekulardiagnostischen Multiplextests weltweit, der COVID-19 identifizieren und von neun anderen relevanten Atemwegs-Infektionen wie Influenza unterscheiden kann.

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Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, sagt: „Wir freuen uns, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Entwicklung des neuen Corona-Schnelltests fördert. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur möglichst raschen Eindämmung der Pandemie – und können den Menschen jetzt noch schneller zuverlässige Testergebnisse liefern. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für medizinische Spitzentechnologie.“

 

Hintergrund:

Das Erbgut des Corona-Virus SARS-CoV-2 wird bei diesem Test in einem miniaturisierten Labor nachgewiesen. Dies erfolgt automatisiert in einem System, das aus einem Analysegerät und einer Test-Kartusche (Lab-on-a-Chip) besteht. Das Erbgut wird dazu in einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR) in der Kartusche vervielfältigt. Sie enthält auch bereits alle dafür nötigen Reagenzien. Da PCR-Tests besonders empfindlich und hochspezifisch sind, gelten sie als „Goldstandard“ mit sehr hoher Sensitivität und Spezifität. Plattformlösungen wie das System von Bosch ermöglichen unterschiedliche Tests durch Entwicklung und Verwendung verschiedener Testkartuschen – beispielsweise für einzelne oder mehrere Erreger und Erkrankungen.

Einen ersten Corona-Test hat Bosch bereits Ende März vorgestellt. Er ermöglicht den gleichzeitigen Test auf zehn Atemwegserkrankungen, darunter SARS-CoV-2, das Ergebnis liegt nach 2,5 Stunden vor. Der neue, deutlich schnellere Test ist ausschließlich auf SARS-CoV-2 ausgerichtet. Seine rasche Entwicklung ist ein Ergebnis der BMBF-Förderung. Insgesamt fördert das BMBF die Entwicklung des Systems in einem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit 4,97 Millionen Euro. Bosch will bis Ende des Jahres die Kapazität für eine Million Tests erreichen.



Quelle: BMBF, 25.09.2020