Umfrage

Corona-Pandemie: Jeder Zehnte schläft schlechter

In Zeiten von Corona schläft jeder Zehnte in Deutschland schlechter. Wer in der aktuellen Pandemiesituation häufig unter Stress steht, ist deutlich stärker betroffen: In dieser Gruppe der Befragten raubte Corona jedem Vierten den Schlaf (25 Prozent).

Schlaf in Coronazeiten

| TK

In Zeiten von Corona schläft jeder Zehnte in Deutschland schlechter. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK), für die im Mai bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen befragt wurden. Eine große Mehrheit (90 Prozent) verzeichnet keine Verschlechterung. Wer in der aktuellen Pandemiesituation jedoch häufig unter Stress steht, ist deutlich stärker betroffen: In dieser Gruppe der Befragten raubte Corona - im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie - jedem Vierten den Schlaf (25 Prozent).

Dr. Verena Senn

Wie Schlaf das Immunsystem dabei unterstützt, Viren abzuwehren oder deren Auswirkungen zu mildern, erklärt Dr. Verena Senn, Neurobiologin und Schlafexpertin bei Emma – The Sleep Company.

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Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK), für die im Mai bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen befragt wurden. Eine große Mehrheit (90 Prozent) verzeichnet keine Verschlechterung. Wer in der aktuellen Pandemiesituation jedoch häufig unter Stress steht, ist deutlich stärker betroffen: In dieser Gruppe der Befragten raubte Corona - im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie - jedem Vierten den Schlaf (25 Prozent).

Die Pandemiezeit geht mit einem hohen Stresslevel einher

"Die Daten zeigen, dass die Pandemiezeit - gerade wenn sie mit einem hohen Stresslevel für die Menschen einhergeht - auch den Schlaf negativ beeinflussen kann. Dabei ist ausreichender und erholsamer Schlaf ein wichtiger Baustein psychischer und physischer Gesundheit. Der Körper regeneriert beim Schlafen und ist am nächsten Tag wieder leistungsfähig", erklärt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. "Was sich zunächst einfach anhört, ist jedoch ein sehr komplexer neurophysiologischer Vorgang, bei dem wichtige Prozesse unter anderem für die Regeneration oder die Gedächtnisbildung ablaufen", so Baas. Dauerhaft schlechter Schlaf stört diese Prozesse und kann langfristig die Gesundheit beeinträchtigen. So können Schlafstörungen mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und Angststörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und Adipositas einhergehen.

Insgesamt sind jedoch viele Frauen und Männer mit ihrem Schlaf zufrieden. Das belegt eine weitere Forsa-Umfrage im Auftrag der TK, die im Dezember 2019 - also noch vor dem Ausbruch der Pandemie - durchgeführt wurde. So sagten sechs von zehn Befragten, dass sie insgesamt gut oder sogar sehr gut schlafen (61 Prozent). Probleme zeigen sich beim Durchschlafen (45 Prozent geben dies an) und beim Einschlafen (28 Prozent). 23 Prozent geben an, dass sie häufig zu früh aufwachen und wachliegen, bis der Wecker klingelt.

Hilfe für Menschen mit Schlafproblemen

An gewöhnlichen Arbeitstagen ist die Nachtruhe für jeden Sechsten (17 Prozent) mit höchstens fünf Stunden äußerst knapp bemessen und bleibt deutlich unter dem von Gesundheitsexperten empfohlenen täglichen Minimum von sechs Stunden. Bei Berufstätigen im Schichtdienst oder mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, den sogenannten Flex-Beschäftigten, schläft sogar jeder Fünfte (21 Prozent) maximal fünf Stunden.

Für Menschen mit Schlafproblemen hält die TK ein spezielles Angebot vor: das Online-Schlaftraining Mementor. Das Training hilft bei Schlafproblemen unkompliziert und passgenau. Der Nutzer dokumentiert seine individuellen Schlafdaten und bekommt dann, genau darauf zugeschnitten, Übungen und Verhaltensempfehlungen vorgeschlagen, die nachweislich zu einer Verbesserung des Schlafs führen. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Schlafenszeiten und der Verzicht auf schwere Mahlzeiten, koffeinhaltige Getränke und Alkohol vor dem Zubettgehen. Aktuelles Schlafwissen zur Bedeutung der verschiedenen Schlafphasen und der Schlafumgebung, ein digitales Schlaftagebuch und praktische Übungen wie die Progressive Muskelentspannung ergänzen das Online-Training.

Broschüren für Beschäftigte in Schichtarbeit

Fast sechs Millionen Erwerbstätige arbeiten derzeit regelmäßig in Schichten - Tendenz steigend. Immer mehr Betriebe werden deshalb vor die Aufgabe gestellt, Schichtarbeit gesund zu gestalten. Bereits jetzt bietet die TK speziell für Führungskräfte und betroffene Beschäftigte zwei Broschüren an, die praxisnah zeigen, wie sie Schichtarbeit gesundheitsgerecht gestalten können. Ein Download von "Schicht für Schicht gesund" und "Wann ist Schicht?" ist hier möglich.


Quelle: TK, 15.06.2020