Spitzenpositionen in der Medizin

Chefsessel fast ausschließlich von Männern besetzt

In den Vorständen von Kliniken und Krankenkassen oder den Dekanaten der Universitäten sucht man Frauen in den meisten Fällen vergeblich.

 

Spitzenpositionen

In Kliniken, Hochschulen und Krankenkassen machen Frauen nur selten Karriere. | iStockphoto/Wavebreak

2016 veröffentlichte der Ärztinnenbund eine Studie, die in 16 medizinischen Fachbereichen die Verteilung der Führungspositionen untersuchte. Das Ergebnis: In den Chefetagen – definiert als Klinikchef oder Lehrstuhlinhaber – liegt der Frauenanteil gerade mal bei zehn Prozent. Die Dekanate der Universitäten sind ebenfalls männlich dominiert.

Einzig in Freiburg leitet Anatomieprofessorin Dr. Kerstin Krieglstein seit 2014 die Medizinische Fakultät. Komplett frauenfrei zeigen sich die Vorstände der zehn größten deutschen Krankenkassen. Mehr Verantwortung tragen Frauen hingegen im Bereich Finanzen oder Organisation in den Vorständen von Kliniken.

Prof. Annette Grüters-Kieslich ist seit Juni 2017 Ärztliche Direktorin am Heidelberger Universitätsklinikum. Im Interview mit der „kma“ betont sie, dass es gerade für Frauen wichtig sei zu sehen, dass man es nicht nur als Mann weit bringen kann. Auch sei für sie eine Frau aufgrund einer möglichen Schwangerschaft weniger kalkulierbar als ein männlicher Kollege. Gleichzeitig wandelten sich die gesellschaftlichen Ansprüche an die Vereinbarkeit von persönlichem Glück und beruflicher Erfüllung.

 

Quelle: fzm, Juni 2017

Literatur:

S. Rößing: Spitzenpositionen in der Medizin: Frauen an die Macht
kma – Das Gesundheitswirtschaftsmagazin 2017; 22 (6); S. 30–36


S. Rößing: Interview mit Prof. Annette Grüters-Kieslich: Frauen in der Medizin haben noch einen langen Weg vor sich
kma – Das Gesundheitswirtschaftsmagazin 2017; 22 (6); S. 34–35