Hilfe gegen Luftnot

Atemhilfe für Patienten mit COPD

In einem kürzlich gestarteten gemeinsamen Forschungsprojekt des Startup enmodes GmbH, der Universität Witten/Herdecke und des Krankenhauses Köln-Merheim soll eine Atemhilfe für Patienten mit COPD entwickelt werden. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Tragesystem Oxygenator

So könnte das neue Tragesystem "Oxygenator" aussehen. | enmodes GmbH

Einige Patienten mit COPD erleiden im Laufe der Erkrankung eine so starke Schädigung der Lunge, dass keine normale Atmung mehr möglich ist und sie sogar in 20 Prozent der Fälle auf eine chronische häusliche Beatmung angewiesen sind. Dadurch sind die Patienten in ihrer Mobilität, Lebensqualität und Kommunikation stark eingeschränkt. Das Beatmungsgerät bindet sie an die Wohnung, sie verbringen ihre Zeit meist liegend und auch innerhalb der Wohnung ist die Mobilität niedrig.

schwere COPD

COPD – diese vier Buchstaben stehen für eine chronische Lungenkrankheit (chronic obstructive pulmonary disease). Sie stehen gleichzeitig auch für die weltweite Nummer Drei unter den Todesursachen. Bei 90 Prozent aller Fälle hierzulande ist die Hauptursache ziemlich klar bestimmt: das Rauchen.

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Aufgrund der fehlenden Entwicklungen auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren konzipierte das junge Aachener Unternehmen enmodes GmbH ein neues Gerät zur Verbesserung der Patientenversorgung. Als Experte hinzugezogen wurde Prof. Dr. Christian Karagiannidis, im Rahmen der klinischen Testreihen eine der Schlüsselfiguren. Auf Basis der Erfahrung mit der ECMO-Therapie (künstliche Herz-Lungen-Maschine) soll das neue Gerät folgende verbesserte Eigenschaften aufweisen:

  • Es arbeitet schonend, damit das Blut nicht geschädigt wird
  • Die rechte Herzkammer soll zusätzlich entlastet werden
  • Es soll leicht und kompakt sein, um die gewünschte Mobilität zu fördern
  • Die Anwendung soll unkompliziert gestaltet sein, damit die Patienten das Gerät selber bedienen können

Hohe Ansprüche, die jedoch mithilfe der Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung realisierbar erscheinen. Zudem wird ein neuartiger Gasaustauscher eingesetzt, bei dem das Blut gleichmäßiger verteilt wird, um weniger Blutbestandteile zu schädigen. Diese Funktion wird in der ersten Phase mithilfe von Computersimulationen im Labor getestet, gemeinsam mit der Effizienz. Danach folgen weitere Untersuchungen zur Blutverträglichkeit und im Projektabschluss soll eine klinische Studie die Sicherheit der Behandlung, die Verbesserungen des Krankheitsbildes und die Verringerung der Sterblichkeit zeigen.

Quelle: Universität Witten/Herdecke