Lokale Corona-Ausbrüche

ALM e.V.: Wieder mehr PCR-Tests

Die gehäuften lokalen Ausbrüche an COVID-19-Fällen haben wieder zu deutlich mehr SARS-CoV-2-PCR-Tests geführt: So wurden in der 25. Kalenderwoche in den an der Umfrage teilnehmenden 135 Laboren 334.679 SARS-CoV-2-PCR-Tests ausgewertet (+ 20 %) mit insgesamt deutlich steigender Positivrate (1,4 %).

Wieder mehr PCR-Tests

Wieder mehr PCR-Tests | Halfpoint, stock.adobe.com

Pro Woche stehen aktuell rund 910.000 Tests für eine qualitätsgesicherte und umfassende COVID-19-Diagnostik zur Verfügung, weiterhin fast dreimal mehr als der aktuelle Bedarf. „Wir halten weiterhin an der flächendeckenden und wohnartnahen Verfügbarkeit der PCR-Tests fest. Es ist unsere Pflicht, als Fachärzte im Labor die Bürgerinnen und Bürger gut und angemessen zu versorgen“, sagte Dr. Michael Müller bei der wöchentlichen Pressekonferenz. Deshalb appellierte der 1. Vorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin - ALM e.V. an die Selbstverwaltung und die Politik: „Die Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses muss unbedingt ausgesetzt und überdacht werden!“ Eine unangemessene und ungerechtfertigte Abwertung der PCR-Tests - wie am 10. Juni 2020 in der 65. Sitzung des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Neubewertung der GOP 32816 beschlossen - werde man nicht einfach hinnehmen, so die Mitglieder des ALM e.V.

Beratungsbedarf bei Corona-Warn-App

Nach wie vor gibt es offenbar erheblichen Beratungsbedarf zur neuen Corona-Warn-App. So berichtete Müller bei der Pressekonferenz darüber, dass es viele Anfragen bei den Laboren gegeben habe. Der Verband habe deshalb einen Erklärfilm produziert. Hier ist er abrufbar. Zu den Fragen kam es vor allem, weil im Vorfeld die Formulare mit dem QR-Code noch nicht vorlagen und deshalb bei einem positiven Ergebnis über eine Telekom-Hotline zunächst eine TAN abgefragt werden müsse. ALM-Vorstand und Sprecher der AG IT, Dr. Christian Scholz, bezeichnete den Start der App deshalb als holprig. Kopfschütteln gab es in der vergangenen Woche jedoch beim ALM wegen Behauptungen, was die Mitarbeit der Labore bei der Fertigstellung der sogenannten Corona-Warn-App angeht: „Unsere Expertinnen und Experten in den Laboren haben sich von Anfang an eingebracht und viel hilfreiche Arbeit geleistet. Dadurch wurde es überhaupt erst möglich, die App fertigzustellen“, sagte Scholz: „In diese Arbeiten ist viel von unserem laborspezifischen Wissen eingeflossen. Für die Ressourcen, die wir hier eingesetzt haben, gab es weder eine entsprechende Honorierung, noch einen Zuschuss aus irgendeinem Corona-Topf – noch nicht einmal eine Anerkennung seitens der Projektpartner haben wir erhalten“, so Scholz weiter. Stattdessen habe man jetzt sogar noch mit der Absenkung der PCR-Kostenerstattung zu kämpfen. „Und dennoch halten wir es für wichtig, dass die Corona-Warn-App erfolgreich auch mit den PCR-Testergebnissen verknüpft werden kann. Daran arbeiten wir mit Hochdruck“, so Scholz.  

Strategie für die Zukunft

Die Mitglieder des ALM e.V wollen sich dafür einsetzen, dass der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses, der am 1. Juli in Kraft treten soll, ausgesetzt und mindestens neu verhandelt wird. Müller blickt optimistisch in Richtung Politik: „Wer testen, testen, testen als sinnvolle Strategie sieht, der wird auch unsere Forderung unterstützen, dass die GKV die Tests und diejenigen, die sie durchführen, angemessen bezahlt.“ In Richtung GKV mahnte er, gemeinsam für eine gute Versorgung in der Corona-Zeit zu sorgen: „Wir können nicht davon ausgehen, dass wir die Pandemie schon überstanden haben und sollten besser gerüstet sein für die Herbst- und Winterzeit. Wir brauchen daher unbedingt eine gute Strategie für die Zukunft und gewiss keine taktischen Spielchen!“

Quelle: ALM e.V.