Studie

Ärzte, MTA und Pflegepersonal zu selten gegen Grippe geimpft

Ärzte, MTA und Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern schützen sich häufig nicht gegen Influenza. Einer Umfrage des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge lassen sich nur 40,1 % aller Mitarbeiter gegen die Grippe impfen, 43,3 % sind es beim Medizinisch-Technischen Personal.

Grippeimpfung

Die Influenzaimpfung wird vom Krankenhauspersonal nicht ausreichend angenommen, | harryfoto - Fotolia

Im Herbst 2017 wurden 5.822 Klinikmitarbeiter und -mitarbeiterinnen aus 54 Kliniken vom Robert Koch-Institut befragt. Von diesen waren 40,1 % in der vergangenen Saison gegen Influenza geimpft. Innerhalb der Ärzteschaft waren 61,4 % geimpft, beim Medizinisch-Technischen Personal 43,3 %, beim Pflegepersonal 32,5 % und bei therapeutischen Berufen 34,2 %. Der häufigste genannte Grund für eine Impfung war der Selbstschutz, der Patientenschutz war dem nachgeordnet.

Influenza-Viren

Grippeimpfstoffe enthalten Antigene der Virusoberflächenproteine Hämagglutinin und Neuraminidase. Stand bislang vor allem das sich ständig verändernde Hämagglutinin für den Impfschutz und daher bei der Zusammensetzung der Influenzaimpfstoffe im Fokus, hat jetzt die stärker konservierte Neuraminidase das Interesse der Wissenschaftler geweckt.

weiterlesen

Gründe gegen eine Inanspruchnahme der Impfung unterschieden sich nach Berufsgruppe: Die Ärzteschaft beklagte vor allem organisatorische Gründe, das Pflegepersonal und Personal aus therapeutischen Berufen dagegen fehlendes Vertrauen in Sicherheit und Effektivität der Influenza-Impfung.

Insgesamt wird die Influenzaimpfung vom Krankenhauspersonal nicht ausreichend angenommen, so das RKI im aktuellen Bulletin. Besonders große Defizite zeigen sich beim Pflegepersonal und in therapeutischen Berufen. Die Unterschiede zwischen den Berufsgruppen zeigen dem Robert Koch-Institut zufolge, dass eine berufsgruppenspezifische Kommunikation im Krankenhaus notwendig ist. Für Pflegepersonal und therapeutische Berufe wäre eine Steigerung des Vertrauens in die Sicherheit und Effektivität nötig, bei der Ärzteschaft wiederum könnten aufsuchende Impfangebote die Inanspruchnahme stärken. Jährliche Folgeerhebungen sollen zeigen, inwieweit sich Impfquote und Impfmotivation über die Zeit verändern.

Quelle: RKI, 09.08.2018