Von unterstützenden Vorgesetzten, emotionalen Krisen und beruflichen Perspektiven

Absolvententalk

„Medizinalfachpersonen für leitende Funktionen“ (Gesundheitsbetriebswirtschaft/Leitung) – Lehrgangsbeginn am 21. Oktober 2019

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© momius – stock.adobe.com

In der Karriereentwicklung von Mitarbeitern/-innen diverser Berufsgruppen in der Gesundheitswirtschaft ist es üblich, einen Aufstieg in höhere Kompetenzbereiche durch entsprechende Qualifikationen zum Beispiel zur Gruppenleitung oder Pflegedienstleitung zu erreichen. Es existiert eine Vielzahl an Weiterbildungs- und Studienangeboten am Markt, welche zum einen zum Erhalt und Ausbau der fachlichen Kompetenzen der entsprechenden Berufsangehörigen führen, sie jedoch zum anderen auch in hohem Maße auf die Verantwortungsübernahme in Hinblick auf ökonomische Aspekte, Personalwesen und Organisation sowie auf das große Thema Qualitätsmanagement vorbereiten sollen.

Auch bei den Angehörigen der MTA-Berufe ist eine Zunahme der Bereitschaft zu Aufstiegsqualifikationen erkennbar. Zum einen, weil der Stellenmarkt verstärkt auf diese Qualifikationsnachweise setzt, jedoch auch, um der wachsenden Konkurrenz – untereinander, aber auch aus anderen Berufsgruppen – etwas entgegenzusetzen und auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Nicht zuletzt ist auch der Wunsch nach Selbstverwirklichung und beruflichem Aufstieg eine treibende Kraft bei der Entscheidung für eine Weiterbildung.

Am 21. Oktober 2019 wird durch das DIW-MTA in Berlin zum mittlerweile achten Mal die berufsbegleitende Weiterbildung „Medizinalfachpersonen für leitende Funktionen“/ „Gesundheitsbetriebswirtschaft“ starten, die der Berufsgruppe der MTA, aber auch anderen medizinisch qualifizierten Berufsgruppen, als verlässliche Möglichkeit dient, das erforderliche Handwerkszeug für die Übernahme von Leitungsaufgaben zu erwerben. Diese Weiterbildung ergänzt das Qualifikationsprofil der MTA im betriebswirtschaftlichen Feld. Die Teilnehmer/-innen lernen, betriebliche Handlungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume zu nutzen, arbeits- und sozialrechtliche Rahmenbedingungen zu verstehen sowie Budget- und Personalverantwortung zu übernehmen. Darüber hinaus wissen die Absolventen/-innen die Methoden der Qualitätsentwicklung und -sicherung anzuwenden und zu bewerten, Kooperations- und Teamstrukturen zu analysieren, Personalentwicklungsinstrumente einzusetzen, vorhandene Tätigkeitsspielräume zu nutzen oder zu erweitern und daraus Konsequenzen für das eigene soziale Handeln abzuleiten.

Je nach rechtlichen Erfordernissen und persönlicher Planung kann die Weiterbildung innerhalb von zwei Jahren mit staatlicher Anerkennung (Abschluss: „Medizinalfachperson für leitende Funktionen“) oder innerhalb von drei Jahren ohne staatliche Anerkennung (Abschluss: „Gesundheitsbetriebswirt/-in [DIW-MTA]“) absolviert werden. Die Inhalte sind identisch, für die staatliche Weiterbildung müssen zusätzlich Hospitationen im Umfang von 300 Stunden in ambulanten sowie stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens nachgewiesen werden.

Vier Qualifikationsbereiche werden innerhalb von mindestens 620 Stunden abgedeckt: Sozialwissenschaftliche Grundlagen, Betriebswirtschaftliche Grundlagen, Rechtliche Grundlagen und der Fachunterricht in der gewählten Vertiefungsrichtung (zum Beispiel Qualitätsmanagement oder POCT-Management).

Die Besonderheit der Weiterbildung besteht auch darin, dass in Abhängigkeit der gewählten Vertiefungsrichtung noch weitere Abschlüsse erworben werden können, wie zum Beispiel die Abschlüsse „Mentor/-in (DIW-MTA)“, „Qualitätsmanager/-in (DIW-MTA)“, „Hygienebeauftragte/r (DIW-MTA)“ et cetera.

Eine der ersten Absolventinnen der Weiterbildung zur Gesundheitsbetriebswirtin (DIW-MTA) ist Diana Gies, Leitende MTLA, Klinikum Landkreis Erding. Ihr ist seit Abschluss ihrer Ausbildung eine kontinuierliche Weiterbildung immer wichtig gewesen, und sie hat hierfür hausinterne Möglichkeiten und später auch Angebote beim DIW-MTA, beim DVTA sowie Veranstaltungen industrieller Partner genutzt. Auf diesem Weg hat Diana Gies diverse Tätigkeitsfelder kennengelernt und Abschlüsse erworben. Aus ihrem Erfahrungspool im Zuge ihrer Weiterbildung zur Gesundheitsbetriebswirtin (DIW-MTA) möchte Diana Gies nicht nur berichten, sondern auch ihre Kollegen/-innen dazu ermutigen, den Schritt der beruflichen und persönlichen Verwirklichung zu wagen.

Welches strategische Ziel lag der Aufnahme der Weiterbildung zugrunde?

Mein Arbeitgeber hat mir die Funktionsstelle der leitenden MTA unseres Labors angeboten und bereits im Vorfeld signalisiert, mich bei der Umsetzung der Qualifikationsmaßnahme zu unterstützen. So habe ich im Dezember 2016 mit der Weiterbildung begonnen und diese erfolgreich im Januar 2018 mit den Urkunden Staatl. anerkannte MTA-L für leitende Funktion, Gesundheitsbetriebswirtin (DIW-MTA), POCT-Managerin (DIW-MTA) und Praxisanleiterin (DIW-MTA) abgeschlossen.

Was war Ihre größte Motivation, die Weiterbildung zu beginnen?

Das strategische Ziel der Übernahme der Laborleitung. Ich wollte nicht nur für die Dienst- und Urlaubsplanung verantwortlich sein. Als Budgetverantwortliche für zwei Labore mit der disziplinarischen Verantwortung für 13 Mitarbeiterinnen und dem POCT-Management von zwei Kliniken, benötigte ich das Handwerkszeug für die sozialwissenschaftlichen Grundlagen des Managements, Grundlagen der Betriebswirtschafts- beziehungsweise Krankenhausbetriebswirtschaftslehre, berufsspezifische Organisationslehre sowie der Rechtskunde.

Welche Anreize haben Sie dabei von Ihrem Arbeitgeber erhalten (motivational, finanziell gegebenenfalls durch Freistellungen et cetera)?

Mein Arbeitgeber unterstützte mich zu 100 Prozent finanziell. Eine Freistellung war nicht nötig, da ich in Teilzeit, mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 19,25 Stunden, gearbeitet habe. Meinem Arbeitgeber habe ich eine Verpflichtungserklärung unterschrieben, die mich mindestens für weitere drei Jahre nach Abschluss der Ausbildung an das Unternehmen bindet.

Wie ist es Ihnen gelungen, Familie, Beruf und Weiterbildungszeiträume miteinander zu vereinbaren?

In erster Linie durch das Einverständnis meines Mannes und meiner Tochter, mir die Abwesenheitszeiten in Berlin und die Lernzeiten zu Hause zu gewähren, bei gleichzeitiger Unterstützung der Großeltern, falls mal erforderlich. Die Freiräume in den Dienstplänen ermöglichte meine ehemalige Vorgesetzte.

Welche persönlichen Hürden haben Sie dabei überwinden müssen?

Ich habe verstärkt auf mein Wohlbefinden und meine Ernährung achten müssen. Wenn die häusliche Situation, zum Beispiel durch Krankheit des Kindes, mal nicht so entspannt gewesen ist, musste ich in den Abwesenheitszeiten so manche emotionale Krise bewältigen.

Welchen Einfluss hatte die Weiterbildung auf Ihre berufliche Professionalisierung und Ihre weitere Karriereentwicklung?

Seit Mai 2018 bin ich budgetverantwortliche Leitende MTA und POCT-Managerin für das Labor zweier Kliniken und verantwortlich für 13 Mitarbeiter/-innen. Interessant für die Karriereentwicklung ist, dass ich auch Angebote anderer Labore zur Übernahme der Laborleitung erhalten habe beziehungsweise auch Angebote, in dieser Funktion wieder in die Industrie zu wechseln.

Wie ist der Wissenstransfer Ihrer Kompetenzerweiterung in Ihre berufliche Umgebung gestaltet worden?

In einem vierteljährlichen Newsletter werden Informationen an die Mitarbeiter/-innen weitergegeben. Meine neue Funktion wurde im Rahmen der Verabschiedung der alten Laborleitung vorgestellt.

Welche Weiterbildungsziele haben Sie für Ihre weitere berufliche Zukunft?

Während der Weiterbildung zur Gesundheitsbetriebswirtin (DIW-MTA) habe ich darüber nachgedacht, den Masterlehrgang in Biomedical Sciences zu absolvieren. Das geht momentan als Leitung zeitlich nicht. Mal sehen, wie das in ein paar Jahren sein wird.

Das Interview führte Angelika Thomas-Semm.

Weitere Informationen zur Weiterbildung erhalten Sie unter info@diw-mta.de.

Gerne verabreden Sie auch ein individuelles Beratungsgespräch mit uns zu den Weiterbildungsangeboten des DIW-MTA e.V. Gerade wenn Sie noch vor der Fragen stehen: „Was könnte zu mir passen?“, ist eine strukturierte Beratung eine gute Chance, die eigenen Vorstellungen gemeinsam zu reflektieren.

 

Entnommen aus MTA Dialog 7/2019