Schutz vor HPV-bedingtem Krebs

15. Europäische Impfwoche 2020

Es gibt wohl kaum einen Impfstoff, der gerade sehnsüchtiger erwartet wird als der gegen COVID-19. Aber verfügbare Impfungen wie die gegen humane Papillomviren werden nicht ausreichend genutzt. Dabei kann diese Impfung sogar vor der Entwicklung von Krebs schützen.

Europäische Impfwoche

Zum 15. Mal findet vom 20. bis 26. April die Europäische Impfwoche statt. | © Tino Neitz - stock.adobe.com

Zum 15. Mal findet vom 20. bis 26. April die Europäische Impfwoche statt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will dadurch die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Wichtigkeit der Impfmaßnahmen bei der Prävention von Krankheiten und dadurch den Schutz von Leben richten. Im Zuge der Impfwoche publizierte das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) zwei Infoblätter, die sich mit der Impfung gegen HPV-Infektionen beschäftigt.

Allein die COVID-19-Pandemie zeige gerade, wie wichtig Impfungen für die Gesundheit der Menschen seien, so Michael Baumann, wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ. Er betont weiter, dass bereits zur Verfügung stehende Impfstoffe gegen lebensbedrohliche Krankheiten nicht ausreichend genutzt werden. Selbst die Impfungen nicht, die vor der Entstehung einiger Krebsarten schützen.

HPV-Impfung

Teilnehmer eines „Runden Tisches zur Ausrottung HPV-assoziierter Krebserkrankungen in Deutschland" einigten sich auf das Ziel, innerhalb von fünf Jahren bei den 15-jährigen Jugendlichen eine HPV-Impfquote von mindestens 70 Prozent anzustreben.

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Baumanns Empfehlung ist klar, jede empfohlene Impfung wahrzunehmen und auch Kinder zu impfen und so zu schützen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine HPV-Impfung von Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Sie schütze zum einen vor Gebärmutterhalskrebs und vor anderen HPV-bedingten Krebsarten.

HPV-Impfquote in Deutschland zu niedrig

12 der mehr als 200 bislang bekannten humanen Papillomviren gelten als krebserregend. Sowohl Frauen als auch Männer können sich damit infizieren, meist erfolgt die Übertragung beim ersten Sexualkontakt. Obwohl sich fast jeder Mensch in seinem Leben mit den Viren infiziert, bleibt oft die Infektion unerkannt und klingt von selbst ab. Dennoch ist die Infektionsrate in Deutschland hoch. Fachleuten zufolge gibt es jährlich 7.700 Fälle der Infektion mit HPV-bedingten Krebsarten, am häufigsten dabei der Gebärmutterhalskrebs. Weitere mögliche Krebserkrankungen durch diese Viren sind Mund- und Rachenraumkrebs, Krebs im Darmausgang oder im männlichen Genitalbereich.

Für einen flächendeckenden Schutz müsste die Durchimpfungsrate bei 70 Prozent liegen. Derzeit beträgt sie in Deutschland aber nur 31 Prozent der 15-jährigen Jugendlichen. Die Ursachen dafür seien vielfältig, betont Nobila Quédraogo, Experte für öffentliche Gesundheit und Impfprävention am DKFZ. In den zwei Infoblättern beschreibt das DKFZ nicht nur die Häufigkeit der HPV-bedingten Erkrankungen und welche Hindernisse bei der Impfung auftreten, sondern auch welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine hohe HPV-Impfquote zu erreichen.

Die beiden Infoblätter können Sie hier noch einmal nachlesen.

"Wissen zur Krebsprävention: Impfung gegen HPV-Infektionen"

"Aus der Wissenschaft - für die Politik: Impfung gegen HPV-Infektionen"

 

Quelle: DKFZ