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Gelassenheit – cool bleiben auch bei Ärger

Rolf Leicher
Titelbild des Fachbeitrags zum Umgang mit Ärger in der täglichen Praxis
© RerF/stock.adobe.com
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Man kann sich jeden Tag ärgern. Über alles Mögliche: Bei der Suche nach einem Erreger eines Harnweginfektes kommt Svenja nicht voran. Sie ärgert sich, weil der Arzt wegen des Termins drängt. Die Kollegin Lena hat Svenja in der Kaffeepause provoziert. Nächste Woche gibt es wieder Überstunden für Svenja. Ärger ist auch eine Frage der Wahrnehmung. Wenn sich Ärger bereits breitgemacht hat, ist es schon zu spät, sich um Gelassenheit zu bemühen.

Dem Ärger die rote Karte zeigen

Soll man Ärger einfach herunterschlucken? Auf Dauer kann das zu psychosomatischen Beschwerden führen. Zwischen dem freien Ausleben negativer Gefühle und dem Herunterschlucken und Verdrängen gibt es eine Alternative: Man nimmt den Ärger wahr und reguliert ihn durch das „Chairperson-Prinzip“. Nach diesem Prinzip denkt die/der MT in einer ärgerlichen Situation: „Ich mache mir die Verärgerung bewusst und lasse sie nur für ein paar Minuten zu. Dann entscheide ich mich für eine Lösung oder das Loslassen.“ So bleibt sie eigenmächtig und lässt nicht zu, dass eine ärgerliche Situation über die eigenen Gefühle bestimmt. Gefühle lassen sich durch Selbstgespräche steuern.

Gelassenheit hängt nicht nur mit der Tagesform zusammen, sondern der Erwartungshaltung. Werden Erwartungen nicht erfüllt, ist es vorbei mit der Gelassenheit. Was nicht in unseren Plan passt, wird negativ bewertet und unter die Lupe genommen (Effekt der Vergrößerung). Hat sich der Ärger ausgebreitet, ist es vorbei mit der gewünschten Gelassenheit. Irgendwann genügt der bekannte Tropfen, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Sinnvoller ist es, die kleinen Pannen nicht zu dramatisieren und im Verhältnis zu sehen mit den vielen anderen Fällen, in denen Erwartungen erfüllt sind: Von 10 Vorgängen im Arbeitsumfeld ist einer unangenehm, nervig, schwierig. Das sind gerade mal 10 %, bei 90 % ist alles im grünen Bereich. Was will man mehr? Es kommt auf den Blickwinkel an, mit dem man etwas wahrnimmt.

 

Entnommen aus MT im Dialog 12/2023

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