Angriff aufs Gehirn

Zika-Virus und Neurologie

Zika-Virus – Therapien und Schutz

Es gibt derzeit weder einen Impfstoff noch Medikamente, mit denen sich eine Zika-Virus-Infektion gezielt behandeln lässt. Bislang war das Zika-Virus kein Kandidat für die Impfstoffentwicklung, weil die meisten Infizierten nur mild erkrankt waren – bis zum jetzigen Zika-Ausbruch. „Die Entwicklung eines Impfstoffs ist sinnvoll“, betont Meyding-Lamadé. Nur die Symptome der Krankheit lassen sich mit schmerz- und fiebersenkenden Medikamenten, viel Ruhe und ausreichend Flüssigkeit lindern.

Schützen können sich Menschen, die in Zika-Gebiete reisen, durch Mückenschutzmittel (Repellents), Moskitonetze, lange, helle Kleidung sowie geschlossene Türen und Fenster. „Man sollte den Mücken keine Angriffsfläche bieten“, empfiehlt Meyding-Lamadé. Dass sich die Mücken mit Insektiziden – wie es derzeit brasilianische Soldaten tun – ganz ausrotten lassen, glaubt die Neurologin nicht. „Die Mücken sind sehr erfolgreich, ihre intensive Bekämpfung wird mit Kollateralschäden für den Menschen einhergehen.“

Tipps für Reisende

Schwangere oder Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten nicht in Zika-Gebiete reisen. Ansonsten sollten sie sich vorher von einem Reisemediziner beraten lassen. „Wer von einer Reise aus Zika-Virus-Gebieten kommt, sollte auf die typischen Symptome einer Zika-Virus-Infektion achten, etwa den typischen Hautausschlag oder Fieber“, rät Meyding-Lamadé. Bei Beschwerden solle er seinen Hausarzt aufsuchen, der ihn im Verdachtsfall an ein spezialisiertes tropenmedizinisches Institut überweist. Es gibt verschiedene Methoden, um eine Infektion mit dem Zika-Virus zu diagnostizieren. Die Virusbestandteile lassen sich im Blut und im Urin nachweisen. Außerdem sollten Reiserückkehrer aus Zika-Gebieten Kondome benutzen. Das Fazit der Neurologin: „Reisende sollten keine Panik vor dem Zika-Virus haben. Dengue- und Gelbfieber bergen erheblich höhere Gefahren.“ (idw, red)


Literatur:

1. Weltgesundheitsorganisation (WHO) Identification and management of Guillain-Barré-Syndrome in the context of Zika virus.

2. Cao-Lormeau V-M et al. Guillain-Barré Syndrome outbreak associated with Zika virus infection in French Polynesia: a case-control study. The Lancet (online) 29. Februar 2016

3. Center for Disease Control and Prevention (CDC). Notes from the Field: Evidence of Zika Virus Infection in Brain and Placental Tissues from Two Congenitally Infected Newborns and Two Fetal Losses — Brazil, 2015. Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR). Early Release February 10, 2016 / 65(06);1–2

4. Mlakar J. Zika Virus Associated with Microcephaly. New England Journal of Medicine (NEJM). February 10, 2016. DOI: 10.1056/NEJMoa1600651

5. Weltgesundheitsorganisation (WHO): Assessment of infants with microcephaly in the context of Zika virus.

6. Weltgesundheitsorganisation (WHO): Breastfeeding in the context of Zika virus.

7. de Paula Freitas B et al. Ocular Findings in Infants With Microcephaly Associated With Presumed Zika Virus Congenital Infection in Salvador, Brazil. JAMA Ophthalmology. Published online February 09, 2016. DOI: 10.1001/jamaophthalmol.2016.0267