Ästhetisch-Plastische Chirurgie

Zahl der Schönheitsoperationen ist gestiegen

Männer bevorzugen chirurgische Operationen

Frauen entscheiden sich etwa sechsmal häufiger für einen ästhetischen Eingriff als Männer. Doch absolut gesehen hat sich bei den operativen Behandlungen die Zahl der Eingriffe bei den Männern mehr als verdoppelt! Mit 8.621 operativen Eingriffen im Jahr 2018 und 4.083 Operationen im Jahr 2017 liegt die Steigerung bei 111 Prozent. Prof. von Heimburg: „Männer bevorzugen chirurgische Operationen“ und vermutet: „Die geburtenstarken Jahrgänge sind nun etwa Mitte 50 und sorgen demografisch bedingt für einen Anstieg.“

Von Platz fünf in 2017 ist die Oberlidstraffung bei den Männern nun auf Platz eins gesprungen und die Fettabsaugung ist von vier auf zwei in der Beliebtheit gestiegen. Prof. von Heimburg erklärt dazu: „Die Oberlidstraffung ist in Deutschland bei den Operationen die Nummer eins – und zwar insgesamt und insbesondere bei den Männern.“ Mit den Nasenkorrekturen auf Platz drei steht nun die Gynäkomastie auf vier und die Bauchdeckenstraffung auf Platz fünf.

Bei den rein operativen Eingriffen bei den Frauen rückt die Brustvergrößerung von Platz drei auf Platz eins vor. Auf Platz zwei findet sich die Oberlidstraffung, die 2017 noch an erster Stelle bei den operativen Eingriffen stand. Prof. von Heimburg zeigt sich erstaunt mit Blick auf die demografische Entwicklung: „Wir haben einen altersbedingten Eingriff auf dem ersten Platz vermutet.“ Da Brustvergrößerungen eher von jüngeren Patienten gewünscht werden, sieht von Heimburg hier eine Überraschung.

„Der Selfieboom ist gefährlich!“

Kongresspräsident Dr. med. Dominik von Lukowicz beobachtet zunehmend, dass junge Frauen mit bildbearbeiteten Selfies als Vorbild in seine Praxis kommen. Dr. von Lukowicz mahnt: „Der Selfieboom ist gefährlich!“ Seiner Meinung nach blenden Jugendliche die möglichen Gefahren eines Eingriffs oft aus: „Virtuelle Schönheit ist nicht medizinische Realität“. Durch die zunehmend hohe Qualität der bildbearbeitenden Programme erstellen viele junge Menschen „Ideale“, die jeder seriöse Ästhetisch-Plastische Chirurg ablehnen muss.

Für Kongresspräsident Prof. Dr. med. Hisham Fansa zeigt sich seit Jahren ein besorgniserregender Trend: „Korrekturen nach schlechten Vor-Operationen nehmen dramatisch zu.“ Dabei sieht Fansa vor allem zwei Gründe als Ursache: Günstige Angebote gehen seiner Ansicht nach meistens zulasten der Qualität und Sicherheit. Er formuliert klar: „Billigangebote sind meist teure Zeitbomben.“ Wer, so Fansa, eine komplette Brustvergrößerung inklusive der Implantate zu einem Preis anbietet, der kaum die Kosten für ein hochwertiges Implantat deckt, riskiert die Patientengesundheit. Zweiter Grund: Zwar verursachen die Weiter- und Fortbildung der Plastischen und Ästhetischen Chirurgen laut Fansa höhere Operationskosten, aber im Gegenzug erhöhen sich sowohl die Patientensicherheit als auch die Qualität des Ergebnisses. Fansa empfiehlt, die Patienten sollten zu einem Spezialisten gehen, der sich auf den Eingriff fokussiert hat.

„Jeder Arzt kann sich heutzutage Schönheitschirurg nennen“, stellt von Heimburg fest. „Der Begriff ist nicht geschützt.“ Prof. von Heimburg empfiehlt, bei der Wahl des Arztes darauf zu achten, dass es sich um einen „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ handelt, da dieser über eine langjährige Erfahrung und Ausbildung verfügt. Ebenso empfiehlt der VDÄPC-Präsident, bei der Arztwahl auf die Mitgliedschaft eines anerkannten seriösen Verbandes zu achten.

Quelle VDÄPC, 17.05.2018