Buchbesprechung

Wie Tiere und Pflanzen mit Gift umgehen

Leben mit Gift sei für Tiere und Pflanzen eine Überlebensfrage, berichtet Dietrich Mebs. Nach Auffassung des Frankfurter Biologen und Biochemikers stehen Tiere und Pflanzen in einem ständigen Wettbewerb, wer jeweils das tollste Gift produziert, und bringen es trotzdem fertig, gefahrlos damit umzugehen.

Leben mit Gift

Unterhaltsam und (dennoch) wissenschaftlich ...

„Auf welche Weise sie dies bewerkstelligen, ist Thema des Buches. Die vorgestellten Beispiele können jedoch nur ausschnittsweise wiedergeben, was sich hierzu in der Natur abspielt,“ schreibt Mebs im Vorwort. Auf unterhaltsame Weise und dennoch wissenschaftlich beschreibt er zum Beispiel, wie sich Tiere unsichtbar machen können, und damit vermeiden, Opfer einer tödlichen Giftattacke zu werden, oder warum Fliegen exzessiven Alkoholkonsum in der Regel ohne schwere gesundheitliche Folgen überstehen. Und der Mensch? „Lässt man die vielfältigen Strategien von Tieren Revue passieren, wie sie mit Giften umgehen, steht der Mensch recht kümmerlich da,“ meint der Autor gegen Ende des Buches. So sei der Biss einer Giftschlange, den beispielsweise ein Igel folgenlos überlebe, für den Menschen nicht selten tödlich. Und er rät abschließend, „unseren Verstand und unsere Erfahrung aus Tausenden Jahren Menschheitsgeschichte zu benutzen. Denn eine natürliche, angeborene Resistenz, den vielen Giften in der Natur zu widerstehen, gibt es für uns nicht.“ Wie Tiere und Pflanzen mit Gift umgehen, wird unter anderem auch anhand zahlreicher Abbildungen erläutert.

Leben mit Gift – Wie Tiere und Menschen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können. Von Dietrich Mebs, S. Hirzel Verlag, 2016, ISBN: 978-3-7776-2575-1, Preis: 24,90 Euro

 

Entnommen aus MTA Dialog 8/2017