Studie

Wie die Deutschen zur Organspende stehen

In einer jetzt veröffentlichten Studie hat das Meinungsforschungsinstitut myMarktforschung 1.069 Deutsche zu ihrer Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende befragt.

Organspende

Ärzte Team bei Herz Transplantation in OP. 47 Prozent der Deutschen wären bereit, ihre Organe zu spenden. | Fotolia/Kadmy

Unter anderem wurde erfasst, aus welchen Gründen sie Organe/Gewebe spenden würden und welche Aspekte dagegen sprechen. Dabei zeigt sich, dass 47 Prozent der Befragten grundsätzlich bereit wären, uneingeschränkt alle Organe zu spenden. Der am häufigsten genannte Beweggrund für eine Spende ist das gute Gefühl, anderen helfen zu können: Rund drei Viertel der Befragten, die uneingeschränkt zur Spende bereit sind, würden dies tun, da sie sich bei dem Gedanken, anderen Menschen mit der Spende zu helfen, wohlfühlen.

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Die Botschaft der neuen Informationskampagne lautet: Der Organspendeausweis gehört zum alltäglichen Leben dazu wie ein ganz normales Kleidungsstück.

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Gleichwohl gibt es eine Reihe an Gründen, aus denen die Deutschen eine Organ- oder Gewebespende ausschließen. So geben vier von zehn Befragten an, dass sie Missbrauch durch Organhandel fürchten. 36 Prozent fühlen sich unwohl bei dem Gedanken, dass ihnen Organe entnommen werden. Für gut ein Viertel der Befragten kommt eine Spende nicht infrage, da sie mitbekommen hätten, dass es Manipulation von Wartelisten gäbe.

Jeder zehnte Nicht-Spender fühlt sich nicht ausreichend über das Thema Organ-/Gewebespende informiert. Möglicherweise könnte die Zahl potenzieller Spender mit einer verbesserten Aufklärung zum Thema Organ- und Gewebespende erhöht werden. Neben den Gründen, die für oder gegen eine Spende sprechen, wollte myMarktforschung von den Befragten wissen, ob sie einen Organspendeausweis besitzen. Demnach haben sich 38 Prozent der Bevölkerung auf diese Weise schriftlich für oder gegen eine Übertragung von Körperteilen nach dem Tod erklärt.

Rund 15 Prozent der Deutschen haben keinen Organspendeausweis ausgefüllt, sind jedoch grundsätzlich uneingeschränkt zur Spende bereit. Auch hier lässt sich vermuten, dass eine verstärktes Hinweisen auf die Ausweise, zum Beispiel durch Ärzte, den Anteil registrierter Spender deutlich steigern könnte.

Quelle: myMarktforschung, 31.01.2017