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Wenn Corona zu Gedächtnislücken führt

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Prof. Dr. Kathrin Finke, Psychologische Leiterin des Gedächtniszentrums am UKJ, und PD Dr. Stefan Brodoehl, ärztlicher Leiter des Gedächtniszentrums, bei einer Videosprechstunde mit einer jungen Post-COVID-Patientin UKJ/Rodigast
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Für eine individuelle Therapie wenden sich immer mehr Corona-Genesene mit Konzentrations- und Gedächtnisstörungen an das Gedächtniszentrum des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Mehr als 50 sogenannte Post-COVID-Patienten wurden dort seit Januar 2021 bereits betreut.

Geschmacks- und Geruchsverlust sind die bekanntesten neurologischen Symptome einer Corona-Infektion. Mit abklingender Erkrankung kommen diese Sinneseindrücke bei den meisten Betroffenen schnell zurück, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen können aber bleiben. Für eine individuelle Therapie wenden sich immer mehr Corona-Genesene mit diesen Einschränkungen an das Gedächtniszentrum des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Mehr als 50 sogenannte Post-COVID-Patienten wurden dort seit Januar 2021 bereits betreut.

„Im Gedächtniszentrum behandeln wir vor allem ältere Patienten mit Verdacht auf Demenzentwicklung“, sagt PD Dr. Stefan Brodoehl, Ärztlicher Leiter des Gedächtniszentrums am UKJ. „Und genau diese Patienten haben auch ein besonders hohes Risiko, an Corona zu erkranken, beispielsweise, weil sie sich die wichtigen AHA-Regeln nicht merken können.“ Deshalb bietet das interdisziplinäre Team ihnen nun auch Beratungsangebote an, die sie via Video oder Telefon von zu Hause aus wahrnehmen können. „Viele unserer Patienten haben aufgrund ihrer geistigen Einbußen auch Probleme dabei, sich einen Termin für die Corona-Impfung zu besorgen. Deshalb unterstützt unsere Sozialarbeiterin sie in einigen Fällen auch hierbei“, beschreibt der Neurologe eine Besonderheit.

Notwendig können auch neurologische Tests sein

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen äußern sich auf vielfältige Weise. „Und können auch nach leichten Verläufen auftreten – und bei jüngeren Patienten“, weiß Dr. Brodoehl. Etwa zehn Prozent aller Corona-Genesenen seien von derartigen Störungen betroffen. Im Fokus der Behandlung steht zu Beginn, die Ursache der Symptome zu finden. „Die meisten Patienten schildern uns ihre Beschwerden zunächst in der Telefon- oder Videosprechstunde“, so Dr. Brodoehl.

Bei einem anschließenden tagesklinischen Aufenthalt im Gedächtniszentrum werden sie dann von Experten verschiedener Fachrichtungen umfangreich untersucht. „Gemeinsam mit unseren neuropsychologischen Kollegen beurteilen wir die geistige Leistungsfähigkeit der Betroffenen hinsichtlich Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Konzentration“, sagt Prof. Dr. Kathrin Finke, Psychologische Leiterin des Gedächtniszentrums. Außerdem umfassen die Tests in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Psychiatrie am UKJ auch Untersuchungen auf die psychische Belastung der Betroffenen. Zusätzlich können neurologische Tests wie Ultraschall-, CT- oder MRT-Aufnahmen des Kopfes, Blutuntersuchungen oder Nervenwasseruntersuchungen notwendig sein – abhängig von den jeweiligen Beschwerden und vom Alter des Patienten.

Individuelle Hilfestellungen

So individuell wie die Diagnostik ist auch die Behandlung im Gedächtniszentrum. „Vielen Betroffenen helfen spezielle ergotherapeutische Übungen dabei, die Hirnleistung gezielt zu trainieren. Aber auch neuropsychologische computergestützte Trainings können sinnvoll sein“, beschreibt Dr. Brodoehl einige Therapieoptionen.

Die Experten des Jenaer Gedächtniszentrums arbeiten dabei eng mit den Medizinern der Post-COVID-Ambulanz am UKJ zusammen. Mit diesen Angeboten gibt das Jenaer Uniklinikum allen Corona-Genesenen ganz individuelle Hilfestellungen – damit sich alle wieder voll und ganz auf ihr Leben konzentrieren können.


Quelle: UKJ, 30.03.2021

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