Coronavirus: Europäische Initiative

„Warnungen von Virologen sehr ernst nehmen"

Der EU-Gesundheitspolitiker Peter Liese warnt vor einer Unterschätzung der Gefahren durch das Coronavirus. Er unterstützt die europäische Initiative von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

 

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„Europa muss außerdem bei der Entwicklung von Impfstoffen und Arzneimitteln sowie bei der Beschaffung von Schutzausrüstung zusammenarbeiten", fordert Peter Liese. | trueffelpix.com – stock.adobe.com

„Wir sollten die Warnungen der Experten, zum Beispiel der Virologen Professor Alexander Kekulé und Professor Christian Drosten, vor den Gefahren durch das Coronavoirus sehr ernst nehmen.“ Dies erklärte der CDU-Europaabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Dr. med. Peter Liese. „In Italien sehen wir, wie dramatisch die Entwicklung ist, es gibt bereits Hunderte von Toten. Deswegen spricht viel dafür, jetzt sehr vorsichtig zu sein. Ich halte es für dringend geboten, Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern abzusagen, so wie es Gesundheitsminister Spahn empfohlen hat. Das heißt zum Beispiel auch, dass Fußballspiele, wenn überhaupt, vor leeren Rängen stattfinden müssen. Das gilt aus meiner Sicht insbesondere für das Spiel Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Köln am Mittwoch, da Mönchengladbach sehr nah am Kreis Heinsberg liegt und in Köln die Zahl der Fälle zuletzt stark gestiegen ist. Wenn Virologen raten, zumindest in den am meisten betroffenen Gebieten die Schulen zu schließen und das öffentliche Leben herunterzufahren, dann sollten sich Politiker nicht dagegen auflehnen“, so Liese.

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Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Impfstoffen und Arzneimitteln

Liese unterstützt massiv die Forderungen des deutschen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) aufzustocken und mit mehr Kompetenzen auszustatten. "Im Vergleich zum deutschen Robert Koch-Institut hat das ECDC sehr wenig Personal und sehr eingeschränkte Kompetenzen. Das Europäische Parlament hat schon bei der Etablierung des ECDC für eine stärkere Ausstattung und mehr Kompetenzen geworben. Deswegen rennt Jens Spahn bei uns offene Türen ein. Ich rechne damit, dass das Europäische Parlament diese Forderung schon in dieser Woche unterstützt", so Liese.

 „Europa muss außerdem bei der Entwicklung von Impfstoffen und Arzneimitteln sowie bei der Beschaffung von Schutzausrüstung zusammenarbeiten. Es geht jetzt darum, den Höhepunkt der Epidemie so weit wie möglich nach hinten zu schieben, sonst kann unser Gesundheitssystem an die Belastungsgrenze kommen. Experten rechnen damit, dass die Verbreitung des Virus im Sommer zurückgeht und hoffentlich haben wir in einigen Monaten auch einen Impfstoff und mehr Erkenntnisse über die medikamentöse Therapie“, so Liese. Das Europäische Parlament wird sich am 10. März in einer Debatte mit der Lage befassen und am 12. März eine Resolution verabschieden. Die Plenartagung des Europäischen Parlaments findet ausnahmsweise nicht in Straßburg, sondern in Brüssel statt. „Ich halte den Wanderzirkus zwischen Brüssel und Straßburg ohnehin für überflüssig. In Zeiten, wo die Experten und Behörden von unnötigen Reisen abraten, ist es sicher richtig, dass nicht Tausende von Mitarbeitern von Brüssel nach Straßburg pendeln“, so Liese abschließend.

Quelle: Peter Liese, 09.03.2020