Mammografie-Screening

Vorteile auch bei Intervallkarzinomen

Teilnehmerinnen am Mammografie-Screeningprogramm (MSP) mit invasivem Brustkrebs können – auch unter Berücksichtigung von Intervallkarzinomen – insgesamt operativ schonender therapiert werden als Nichtteilnehmerinnen. Das zeigt eine Studie in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes.

Mammographie-Screening

Der Brustkrebs bei den Screening-Teilnehmerinnen war häufiger noch in einem frühen Stadium war als bei Nichtteilnehmerinnen. | Sven Bähren - stock.adobe.com

Verglichen wurden die Tumorcharakteristika und Prognosemarker von Mammakarzinomen, die bei Teilnehmerinnen des MSP im Screening oder im Intervall nach unauffälligem Screening und bei Nichtteilnehmerinnen entdeckt wurden. Ausgewertet wurden die Daten zu 1.531 neu diagnostizierten Fällen von invasivem und In-Situ-Brustkrebs (DCIS, duktale carcinoma in situ) in zwei zertifizierten Brustzentren in Münster.

Mammographie

Aktuelle Studien aus Deutschland zeigen, dass Frauen von der früheren Diagnosestellung im Mammographie-Screening und der damit verbundenen schonenderen Therapie profitieren.

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Angaben zur Tumorcharakteristik und Tumorbiologie sowie zur operativen Primärtherapie lagen für alle Fälle vollständig vor. Bettina Braun und Koautoren kommen in der retrospektiven Beobachtungsstudie zu dem Ergebnis, dass der Brustkrebs bei den Screening-Teilnehmerinnen häufiger noch in einem frühen Stadium (DCIS) war als bei Nichtteilnehmerinnen (23 % versus 31 %).

Invasive Karzinome waren bei den Teilnehmerinnen kleiner (74 % versus 55 % im T1-Stadium), bei ihnen konnte öfter brusterhaltend operiert werden (75 % versus 62 %) und eine leitlinienbasierte Indikation für eine adjuvante Chemotherapie lag bei ihnen seltener vor (46 % versus 52 %). Von vergleichbaren Verhältnissen in anderen Screening-Regionen sei auszugehen, betonen die Autoren.

Quelle: DÄ, 07.08.2018