Verbraucherschutz

Vorsicht bei billigem Modeschmuck

Ketten, Ringe und Co. können zu viel Blei und Cadmium enthalten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) rät deshalb zur Vorsicht beim Kauf von billigem Modeschmuck.

Modeschmuck

In jedem achten untersuchten Schmuckstück wurde der zulässige Grenzwert an Blei oder Cadmium überschritten. | Nail-78 - Fotolia.com

Im Jahr 2018 wurde preiswerter Modeschmuck, vorwiegend aus China, von den deutschen Überwachungsbehörden auf Blei und Cadmium untersucht. Ergebnis: In jedem achten untersuchten Schmuckstück (12,6 %) wurde der zulässige Grenzwert überschritten. Einige Schmuckstücke bestanden sogar fast ausschließlich aus Blei oder Cadmium. Da eine längerfristige Aufnahme hoher Schwermetallmengen zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen kann, rät das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zur Vorsicht beim Kauf von billigem Modeschmuck.

Toxikologie

Es gibt keine einheitliche Definition für Schwermetalle [1]. Eine mögliche Definition lautet: Schwermetalle haben eine Dichte größer als 5 g/cm³ [2]. Dies sind Blei, Cadmium, Kupfer, Plutonium, Polonium, Quecksilber, Thallium, Eisen, Gold, Platin, Arsen und andere.

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Bereits im Jahr 2015 wurde Modeschmuck im Rahmen des Bundesweiten Überwachungsplans (BÜp) von den Behörden in den Bundesländern auf die Schwermetalle Blei und Cadmium untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass die Grenzwerte für Blei und Cadmium bei bis zu 20 % der Proben nicht eingehalten wurden. Diese Befunde wurden in den folgenden Jahren durch die Überwachungsbehörden der Länder bestätigt.

In einem Folgeprogramm wurden daher im BÜp 2018 preiswerte Modeschmuckartikel, vorwiegend auf Märkten angebotene Importware aus China, erneut untersucht. Auch hier wurden die Grenzwerte für Blei und Cadmium zum Teil deutlich überschritten. Von den 257 auf ihren Bleigehalt und den 286 auf ihren Cadmiumgehalt untersuchten Proben überschritten jeweils circa 8 % die jeweiligen Grenzwerte. Bei einigen der 296 untersuchten Schmuckstücke lagen die jeweils gemessenen Blei- beziehungsweise Cadmiumgehalte sogar bei über 90 %.

Gesundheitliche Folgen

Die Verwendung von Blei und Cadmium in Schmuck ist im Chemikalienrecht stark reglementiert. Die Grenzwerte für Schmuckwaren liegen für Cadmium bei 0,01 % und für Blei bei 0,05 %, jeweils auf das Gewicht des Gesamterzeugnisses beziehungsweise einheitliche Teile davon bezogen.
Die längerfristige Aufnahme hoher Schwermetallmengen kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Blei kann unter anderem das Nervensystem schädigen und zu Unfruchtbarkeit führen. Cadmium und Cadmiumoxid sind als krebserzeugend eingestuft. Cadmium kann weiterhin Knochen- und Nierenschäden verursachen.

Besonders gefährlich wird es, wenn Kinder solche belasteten Schmuckanhänger oder Ketten beim Spielen in den Mund nehmen, an ihnen lecken, lutschen oder sie auch verschlucken. Beim Kauf von Schmuck, insbesondere auch für Kinder, wird daher geraten, einen Händler des Vertrauens oder ein Fachgeschäft aufzusuchen.


Quelle: BVL, 11.02.2020