Anerkennungsverfahren

Von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich

In Deutschland als MTA tätig zu werden, ist sicherlich eine attraktive Möglichkeit für EU-Bürger. Und hierzulande sind diese in Anbetracht des Fachkräftemangels sehr willkommen. Doch wie ist es mit den Anerkennungsverfahren? Gibt es da Probleme für die Neuankömmlinge?

Anerkennungsverfahren

Die Anerkennungsverfahren sind unterschiedlich geregelt – das betrifft sowohl EU- als auch Nicht-EU-Bürger. | © Cimmerian/istockphoto

„Das ist alles geregelt“, sagt Anke Ohmstede, Präsidentin des Dachverbandes für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin Deutschland (DVTA) im Interview mit MTA Dialog. Seit 2005 gibt es die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/35/EG). Sie regelt die berufliche Anerkennung im Bereich der sogenannten reglementierten Berufe. Die Richtlinie gilt nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für alle Staatsangehörigen eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union, des sonstigen Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz, die ihre Qualifikation in einem Mitgliedsstaat erworben haben und gewährleistet ihnen den Zugang zu demselben Beruf und denselben Voraussetzungen wie Inländern.

Für Medizinisch-technische Assistenten (MTA) gilt, so das Bundesministerium für Gesundheit, das „normale Gleichwertigkeitsverfahren, das heißt, es wird geprüft, ob der ausländische Abschluss wesentliche Unterschiede aufweist.“ Falls wesentliche Unterschiede festgestellt würden, die auch nicht durch Berufserfahrung ausgeglichen werden könnten, müsse der gleichwertige Ausbildungsstand durch einen maximal dreijährigen Anpassungslehrgang oder das Ablegen einer Prüfung erbracht werden. Dabei gilt für Abschlüsse aus der EU/EWR/Schweiz oder bei bereits in der EU anerkannten Drittstaatsabschlüssen, dass sich die Prüfung auf die festgestellten wesentlichen Unterschiede beschränken muss (Eignungsprüfung).

Weitreichende Änderungen haben sich inzwischen aus den neuen EU-Vorgaben vor allem für die Heilberufe ergeben, die am 23. April 2016 in Kraft getreten sind.* Die EU-Richtlinie sieht einige neue Instrumente vor, etwa den Europäischen Berufsausweis, der das herkömmliche Anerkennungsverfahren und die Anerkennungsentscheidung ersetzt.
Auch die Anerkennung von Nicht-EU-Bürgern, die in Deutschland als MTA arbeiten möchten, ist, so Ohmstede, durch das Anerkennungsgesetz geregelt. Dafür wird eine Kenntnisprüfung abgenommen, die sich auf den Inhalt der staatlichen Abschlussprüfung bezieht. „Allerdings ist in der Gesetzesbegründung klargestellt, dass die Kenntnisprüfung keine vollständige Abschlussprüfung der Ausbildung umfasst

Sie soll sicherstellen, dass die Antragsteller zur umfassenden Ausübung des Berufs in der Lage sind. Der Anpassungslehrgang muss bei Drittstaatsabschlüssen mit einer Prüfung über den Inhalt des Lehrgangs enden“, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Für alle Antragsteller gelte, dass sie ein Wahlrecht zwischen Anpassungslehrgang und Prüfung haben. Die zuständigen Behörden in den jeweiligen Bundesländern müssten das Anerkennungsverfahren bearbeiten, erläutert Ohmstede. Die Antragsteller müssten sich für die Teilnahme an dem Anpassungslehrgang an die MTA-Schulen wenden. Diese könnten dann entscheiden, ob sie die Möglichkeit haben, einen solchen Lehrgang anzubieten

 

Anke Ohmstede kritisiert das MTA-Gesetz von 1993. Es lasse weder Teilzeitausbildung noch Fernlehrgang zu. © DVTA

 

Und gerade das sei durchaus nicht immer unproblematisch. „Es sind ja in der Regel kostenpflichtige Ausbildungen. Selbst wenn die Schule kein Schulgeld nimmt, muss man zumindest seinen Unterhalt finanzieren.“ Auch die Zeitdauer ist nach Ansicht der DVTA-Präsidentin nicht unproblematisch. „Der Anpassungslehrgang sollte nicht länger als drei Jahre dauern. Drei Jahre dauert aber schon die Ausbildung. Dann kann man auch gleich die Ausbildung absolvieren. Da sehe ich einen Widerspruch.“ Die Schule müsse festlegen, welche Inhalte der Bewerber benötigt und wie man die Anpassung innerhalb der normalen Schulabläufe organisieren könne. „Es dürfte für eine MTA-Schule kaum möglich sein, für einzelne Teilnehmer auf sie zugeschnittene Lehrgänge anzubieten.