Schleswig-Holstein

Vollständige Digitalisierung der Brustkrebsfrüherkennung

Durch die Verwendung einer gemeinsamen elektronischen Fallakte werden in Schleswig-Holstein sämtliche papiergebundenen Abläufe durch digitale Prozesse ersetzt.

 

Mammografie

Rund 75.000 Patientinnen jährlich profitieren künftig von der vollständigen Digitalisierung des Früherkennungsprogramms QuaMaDi (Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik) | Guschenkova - shutterstock

Die Brustkrebsfrüherkennung in Schleswig-Holstein startet in ein neues Zeitalter. Rund 75.000 Patientinnen jährlich profitieren künftig von der vollständigen Digitalisierung des Früherkennungsprogramms QuaMaDi (Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik). Aus QuaMaDi wird eQuaMaDi: Durch die Verwendung einer gemeinsamen elektronischen Fallakte werden in Schleswig-Holstein sämtliche papiergebundenen Abläufe durch digitale Prozesse ersetzt. Der Vorteil für die Patientinnen: Diagnosen werden künftig schneller vorliegen, die oft belastende Wartezeit auf Untersuchungsergebnisse wird kürzer, falls notwendig kann mit einer Therapie zeitnah begonnen werden.

Mammographie

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Ziel von QuaMaDi ist es, Brustkrebs bei Risikopatientinnen und Patientinnen mit einem Verdachtsbefund rechtzeitig zu erkennen und damit die Heilungschancen zu erhöhen. Zentrales Element ist ein Mehr-Augen-Prinzip das heißt, zwei Radiologen beurteilen unabhängig voneinander Mammografien und ergänzende Aufnahmen. In Zweifelsfällen wird zusätzlich ein klinisches Brustzentrum hinzugezogen. Durch dieses Vorgehen wird insbesondere das Risiko eines falschen Befundes reduziert.

Diagnostikprozesse werden beschleunigt

Bisher wurden bei QuaMaDi jährlich etwa 250.000 Papierbefunde und 75.000 Mammografieaufnahmen quer durch Schleswig-Holstein zwischen den beteiligten Fachärzten transportiert. Künftig sind alle an der Brustkrebsdiagnostik eQuaMaDi beteiligten Fachärzte digital miteinander vernetzt und haben sofortigen Zugriff auf relevante Befunde, Mammografie- und Ultraschallaufnahmen sowie weitere Behandlungsdaten einer Patientin. Alle Befunddaten werden in einer Fallakte erfasst. Fachärzte, die eine Zweit- oder Drittbefundung vornehmen, können Behandlungsdaten und Bilder online einsehen und um eigene Beurteilungen ergänzen. Die Fallakte prüft automatisch, ob beide Radiologen zum gleichen Ergebnis gekommen sind. Falls nicht, wird der Fall automatisch an das Brustzentrum gesendet.

Diagnostikprozesse werden dadurch beschleunigt. Patientinnen haben schneller Gewissheit über ihre Situation und können Therapien früher beginnen. Im Rechenzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) wurde eigens für eQuaMaDi ein den aktuellen Datenschutzanforderungen entsprechendes Datenzentrum für die Bilder und Befunde geschaffen.  

Das Land Schleswig-Holstein unterstützt eQuaMaDi finanziell, um ein Datenzentrum aufzubauen. Grundlage ist ein Vertrag zwischen der KVSH und den gesetzlichen Krankenkassen in Schleswig-Holstein.


Quelle: KVSH, 20.01.2020