Urteil

Vier Jahre Haft für Brustimplantate-Betrüger

Ein französisches Berufsgericht hat die vierjährige Haftstrafe für Jean-Claude Mas bestätigt.

Brustimplantate

Das neue EU-Medizinproduktegesetz soll demnächst verabschiedet werden. | Fotolia/vege

Rund sechs  Jahre nach dem Skandal um mangelhafte Brustimplantate des französischen Herstellers PIP mit Billigsilikon hat ein französisches Berufungsgericht die vierjährige Haftstrafe für den Gründer des Herstellers bestätigt. Das Gericht in Aix-en-Provence verurteilte Jean-Claude Mas wegen schwerer Verbrauchertäuschung und Betrugs. Die inzwischen insolvente Firma hatte jahrelang reißanfällige Brustimplantate aus nicht für Medizinprodukte zugelassenem Industriesilikon geliefert. Die Implantate waren weltweit etwa 500.000 Frauen eingesetzt worden. In Deutschland sind mehr als 5.000 Frauen betroffen.

Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese, begrüßte die Entscheidung und wies auf eine zeitnahe Verabschiedung des neuen EU-Medizinprodukterechts hin. „Betrug darf sich nie lohnen und muss so gut es eben geht erschwert werden. Dafür müssen wir die Regeln für Medizinprodukte wie Brustimplantate oder Herzschrittmacher im Interesse der Patienten verschärfen, weil es nicht noch einmal vorkommen darf, dass Patienten in Europa unter Schlamperei und kriminellen Machenschaften leiden. Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende dieses Monats nach fast viereinhalb Jahren Debatte eine Einigung mit den Mitgliedsstaaten bei der neuen EU-Medizinprodukte-Verordnung erzielen können."

Der CDU-Gesundheitsexperte erläuterte, dass eben aufgrund der Erfahrungen des PIP-Skandals das Europäische Parlament bereits 2013 unter anderem beschlossen hat, dass Produkte strenger und auch nach der Markteinführung weiter kontrolliert werden. So werden zukünftig unangekündigte Kontrollen in den Betrieben vorgeschrieben. "Durch diese unangekündigten Kontrollen hätte der PIP-Skandal verhindert werden können. Positiver Nebeneffekt ist außerdem, dass die Firmen automatisch vorsichtiger und gewissenhafter  arbeiten, wenn sie ständig mit Kontrollen rechnen müssen."

Quelle: Pressemitteilung Dr. med. Peter Liese, 02.05.2016