Europäische Wasserrahmenrichtlinie

Verbesserungen der Wasserqualität in Europa

Bewertung verbessern

Auch die Bewertung der Gewässerqualität ist verbesserungsbedürftig. Bislang war immer die schlechteste Komponente ausschlaggebend für die Bewertung eines Gewässers, selbst wenn diese durch das eigentliche Gewässermanagement kaum zu beeinflussen ist, wie bei Schadstoffen aus Verbrennungsprozessen. So können auch bei signifikanten Verbesserungen die Bewirtschaftungsziele nicht erreicht werden. „Die derzeitige Regelung gibt zu wenig Anreize, Probleme zu beheben und führt in vielen Fällen zu Untätigkeit", bemerkt Brack. Es müssen Belohnungen geschaffen werden, auch für gutes Monitoring.

Bisher scheitern viele Staaten schon an vorgeschriebenen Messungen, Analysen und Überwachungen. Dabei werden sie für seltenes Messen noch belohnt, da das abgeleitete Risiko dadurch geringer ausfällt und der Handlungsbedarf für Reduzierungsmaßnahmen wegfällt. Daher wird eine umgekehrte Beweisführung seitens der Wissenschaftler vorgeschlagen. Dort, wo keine Daten erhoben werden, werden Modellwerte für die Bewertung herangezogen. Die "Säumigen" müssen dann mit Messungen nachweisen, dass der Gewässerzustand besser ist als der Vorhergesagte.

Verbessertes Management

Nur verbesserte und regelmäßige Messungen reichen hier jedoch nicht aus. Es müssen entsprechende Maßnahmen aus dem Monitoring abgeleitet werden. „In unserer aktuellen Studie geben wir Empfehlungen für ein stärker lösungsorientiertes Gewässermanagement, bei dem Überwachung, Bewertung, und mögliche Maßnahmen von Anfang an viel enger miteinander verzahnt sein sollten, als dies heute der Fall ist", erläutert Dr. Brack. Vorhersagbare Schadquellen wie beispielsweise Kläranlagen sind ein Risiko, welches direkt in der Abwasserbehandlung der Kläranlage verbessert werden kann zur Erreichung der Ziele. Der Schwerpunkt sollte auf möglichen Alternativen zur Verbesserung der Qualität liegen anstatt bereits bei der Festlegung des Gewässerstatus zu stoppen.

„Dies hilft auch, Lösungsansätze zu finden, mit denen man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen kann", führt Brack aus. „So können ausreichend breite und mit Büschen bestandene Randstreifen nicht nur dazu beitragen, den Eintrag an Pflanzenschutzmitteln ins Gewässer zu reduzieren, sondern auch dabei helfen, eine Überdüngung oder zu hohe Temperaturen im Gewässer zu vermeiden. Und sie bieten obendrein ein wertvolles Habitat für viele Tiere und Pflanzen." (idw, red)

 

Literatur:

Brack W, Dulio V, Ågerstrand M, et al. (2017): Towards the review of the European Union Water Framework Directive: Recommendations for more efficient assessment and management of chemical contamination in European surface water resources. Science of The Total Environment, Volume 576, 15 January 2017, Pages 720–737.