Europäische Wasserrahmenrichtlinie

Verbesserungen der Wasserqualität in Europa

Die Wasserrahmenschutzlinie soll in Europa für saubere Gewässer sorgen. Doch bisher scheitern die Säuberungsversuche an zu wenig Messungen und fehlenden Maßnahmen zur Verbesserung. Verschiedene Studien versuchen nun, neue Maßstäbe zu setzen.

Gewässer

Weniger Schadstoffe in Europas Gewässern | © UFZ/André Künzelmann

Wissenschaftler des europäischen Forschungsprojekts "Solutions" und des Forschungsnetzwerks "Norman" haben sich die Schwächen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)  genauer angeschaut und Empfehlungen für ein verbessertes Schadstoffmonitoring abgeleitet. Denn bis 2027 sollen Flüsse, Seen, Küstengewässer und das Grundwasser in einem „guten Zustand" sein, so die Vorgabe der seit dem Jahr 2000 in Kraft getretenen Richtlinie. Diese soll nun bis 2019 überarbeitet werden, um das vorgegebene Ziel erreichen zu können. Dabei liefert insbesondere die Wissenschaft wichtigen Input.

Schadstoff-Monitoring und Gewässermanagement

Unter der Federführung des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) arbeiten Forschergruppen an verschiedenen Vorschlägen zur Verbesserung der Gewässerstruktur und der Ergänzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Das Besondere der WRRL ist, dass die Gewässer länderübergreifend betrachtet werden - bei Flüssen demnach von der Quelle bis zur Mündung. „Das ist in dieser Form weltweit einmalig. Von vielen Ländern wird die Europäische Wasserrahmenrichtlinie deshalb als Vorbild angesehen", sagt Umweltchemiker Dr. Werner Brack vom UFZ.

Bisher sei man jedoch weit davon entfernt, die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur, zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Oberflächengewässern sowie zur Reduzierung des Eintrags von Nähr- und Schadstoffen müssten vielerorts wesentlich konsequenter umgesetzt werden, als es bisher der Fall ist. „Aber auch das Regelwerk selbst hat Schwächen und soll deshalb bis 2019 überarbeitet werden", ergänzt Dr. Brack. Unter seiner Leitung arbeiteten die Gruppen "Solutions" und "Norman" und leiteten Empfehlungen für ein verbessertes Schadstoff-Monitoring und Gewässermanagement ab.

Verbesserte Überwachung

In der Wasserrahmenrichtlinie sind derzeit 45 Schadstoffe aufgelistet, die in einem Gewässer von gutem Zustand nicht oder nur in geringem Maß vorkommen dürfen. Dem gegenüber stehen jedoch rund 100.000 verschiedene chemische Substanzen, die täglich genutzt werden und so in die Umwelt und Gewässer gelangen. Derzeit werden demnach die meisten Schadstoffe bei der Bewertung der Wasserqualität gar nicht berücksichtigt. „Das auf einzelne Schadstoffe orientierte Monitoring ist teuer, ignoriert den größten Teil der Schadstoffe und läuft den eigentlichen Problemen hinterher", kritisiert Brack.  „Neue Stoffe auf die Liste zu bekommen, ist ein langwieriger politischer Prozess."

Die Beschränkung auf die Prüfung einzelner Schadstoffe muss umgestellt werden auf effektbasierte Methoden, wie biologische Wirkungstests. Denn selten wirken Schadstoffe in der Umwelt alleine, sondern verstärken eher ihre Wirkung gegenseitig. Bei effektbasierten Methoden würden auch Stoffgemische erfasst und die teure chemische Analytik wäre nur noch bei der Überschreitung bestimmter Wirkschwellen erforderlich.