Informationskampagne

Verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika

Aufgrund übermäßiger und oft falscher Verwendung bilden sich immer mehr antibiotikaresistente Bakterienstämme. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann stellte deshalb am 2. Dezember die Kampagne „Rationale Antibiotikaversorgung in Nordrhein-Westfalen“ vor.

 

Antibiotika

Antibiotika wirken in den seltensten Fällen gegen Erkältungskrankheiten. | cosinart - iStockphoto

Die gemeinsam mit den Apothekerkammern, den Ärztekammern, den Kassenärztlichen Vereinigungen, der Krankenhausgesellschaft und den Krankenkassen initiierte Aktion soll die Bevölkerung für den sachgerechten Umgang mit den lebenswichtigen Medikamenten sensibilisieren. Hierzu erhalten Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und die Geschäftsstellen der Krankenkassen die von der Initiative gemeinsam erarbeiteten Poster und Faltblätter, um die Öffentlichkeit zu informieren.

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„Antibiotika gehören zu den schärfsten Schwertern der Menschheit im Kampf gegen Infektionskrankheiten“, betonte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. „Durch ihren Einsatz können Erkrankungen behandelt werden, die ohne ihre Anwendung deutlich schwerer, häufig sogar tödlich verlaufen.“ Bei unsachgemäßem Einsatz von Antibiotika werde jedoch die Entstehung von resistenten Bakterien beschleunigt. „Damit verliert die Medizin ihre therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen – das Schwert droht stumpf zu werden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist ein zurückhaltender und verantwortungsbewusster Antibiotikaeinsatz unbedingt erforderlich“, forderte Laumann.

Aktionswoche vom 10. bis zum 15. Februar 2020

So wirken Antibiotika zum Beispiel in den seltensten Fällen gegen Erkältungskrankheiten: Sie werden zu 90 Prozent durch Viren ausgelöst, Antibiotika wirken dagegen nur gegen Bakterien. „Ziel unserer gemeinsamen Kampagne ist es, die Gesundheitskompetenz der Menschen in Nordrhein-Westfalen zu stärken. Wir möchten sie über den sinnvollen Einsatz von Antibiotika aufklären und für einen sorgsamen Umgang damit sensibilisieren“, sagte Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest für die gesetzlichen Krankenkassen.
Als Initiator der Kampagne stellte Ackermann deren Inhalte vor. Mit der groß angelegten Initiative werden die Menschen in Nordrhein-Westfalen flächendeckend über das Thema Antibiotika informiert. Höhepunkt ist eine Aktionswoche vom 10. bis zum 15. Februar nächsten Jahres mit zahlreichen zusätzlichen Aktivitäten. Dazu gehören Patientenveranstaltungen, konkrete Beratungsangebote der Kooperationspartner vor Ort, Informationsstände, Telefonaktionen oder Social-Media-Aktivitäten.

Auch die Ärzteschaft ist sich ihrer besonderen Verantwortung beim Thema Antibiotika bewusst: „Wir arbeiten in zahlreichen Initiativen und Projekten gemeinsam daran, den Einsatz von Antibiotika auf jene Anwendungsgebiete zu konzentrieren, in denen er wirklich Sinn macht,“ sagte Dr. med. Karlheinz Großgarten, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein: „Nach einer Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung sind die Antibiotikaverordnungszahlen im Bund zwischen 2010 bis 2018 um 21 Prozent gesunken – in der Kinder- und Jugendmedizin in den vergangenen zehn Jahren sogar um gut 40 Prozent. Der Trend geht damit in die richtige Richtung. Die neue Kampagne wird uns bei unserer intensiven Aufklärungs- und Informationsarbeit unter Ärzten und Patienten zusätzlichen Schub verleihen.“

Weitere Informationen zum Thema Antibiotika sowie die Faltblätter und Poster zum Download finden Sie hier.

 
Quelle: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, 02. 12.2019