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Unter- und Überdiagnostik in der Labormedizin

Über- und Unterdiagnostik sind ein zentrales Problem des Labormanagements, denn sie führen zu falschen oder verspäteten Diagnosen und verursachen hohe Kosten.

Unter- und Überdiagnostik 
in der Labormedizin

© Henrik Dolle – stock.adobe.com

Zusammenfassung

Mehr als die Hälfte aller in der Labordiagnostik erbrachten Tests ist ungeeignet, die richtige Diagnose zu stellen – sei es, weil die Einsender unnötige Tests anfordern (Überdiagnostik, Overutilization) oder weil sie wichtige Tests nicht veranlassen (Unterdiagnostik, Underutilization). Die Ursachen dieser Fehlanforderungen wurden in zahlreichen Studien untersucht. Hervorzuheben sind

1) Beharren auf veralteten Tests in Kombination mit Unkenntnis über den diagnostischen Wert innovativer Verfahren

2) ungezielte Profilanforderungen und gedankenloser Einsatz von POC-Tests

3) irrtümliche Interpretation von Referenzintervallen als Entscheidungsgrenzen ohne Berücksichtigung der zugrunde liegenden Erkrankung.

Die Folgen sind verspätete oder falsche Diagnosen sowie erhebliche wirtschaftliche Nachteile. Als Gegenmaßnahmen kommen zeit- und personalintensive Aufklärungs- und Schulungsmaßnahmen infrage, deren Erfolge allerdings rasch verpuffen. Längerfristig wirksame Strategien werden in einer der nächsten Ausgaben dieser Zeitschrift vorgestellt.

Schlüsselwörter: Labordiagnostik, Unterdiagnostik, Überdiagnostik, Referenzintervalle

Abstract

More than half of all tests performed in laboratory diagnostics are unsuitable for making the correct diagnosis – be it because the senders request unnecessary tests (overutilization) or because they do not initiate important tests (underutilization). The causes of these incorrect requests have been investigated in numerous studies. To be highlighted

1) insistence on outdated tests in combination with a lack of knowledge of the diagnostic value of innovative methods

2) requesting untargeted test profiles and thoughtless use of POC tests

3) erroneous interpretation of reference intervals as decision limits without taking into account the underlying disease.

The consequences are late or incorrect diagnoses as well as considerable economic disadvantages. Countermeasures that can be taken are time- and personnel-intensive education and training. Since their success quickly fizzles out, long-term strategies are needed, which will be presented in one of the next issues of this journal.

Keywords: laboratory diagnostics, overutilization, underutilization, reference intervals

DOI: 10.3238/MTADIALOG.2020.0090

Entnommen aus MTA Dialog 2/2020

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